Technologiezentrum : In der Blomenburg gehen die Lichter aus

Nach fünfjährigem Betrieb gehen im Technologiezentrum Blomenburg am 31. Oktober endgültig die Lichter aus.

Avatar_shz von
30. Juli 2011, 11:27 Uhr

Selent | Zu dem Termin sind die Mietverträge der acht dort noch ansässigen Existenzgründer-Firmen gekündigt worden.

"Der Betrieb ist defizitär", bestätigte Uwe Hemens, Geschäftsführer der Blomenburg Venture Park Trägergesellschaft mbH, gestern dem OHA. Die hauptsächlich vom Kreis Plön getragene Gesellschaft hatte im März Insolvenz angemeldet. Hemens hat auch für sich schon einen Schlussstrich in Selent gezogen: Er scheidet als Geschäftsführer des Technologiezentrums zum 30. September aus. "Ich will meine Kraft mehr der Geschäftsführung beim Gewerbe- und Technikzentrum in Schwentinental widmen", sagt er. "Wir müssen Verluste vermeiden", begründete auch Rechtsanwältin Birte Jensen vom Insolvenzverwalter Johlke, Niethammer & Partner aus Hamburg gestern die Kündigung der Mietverträge für die Existenzgründer. Zudem sei auch dem Stammpersonal des Technologiezentrums zum 31. Oktober gekündigt worden.

Mit diesem Kehraus im einstigen Vorzeigeprojekt für Wirtschaftsförderung im ländlichen Raum, dessen Herstellung die öffentliche Hand seit 2003 mit über 6 Millionen Euro unterstützte, stehen jetzt insgesamt 30 Arbeitsplätze auf dem Spiel. Ursprünglich hatten der Kreis Plön, die Gemeinde Selent und das Land, die zusammen mit dem Privatinvestor Dietmar Hartmann aus dem ehemaligen Lustschloss ein modernes Existenzgründerzentrum zimmern wollten, von wesentlich mehr Jobs und Wirtschaftskraft geträumt. Doch die erhoffte Ansiedelung von 35 Betrieben blieb aus; statt dessen geriet das Technologiezentrum mit nicht zum Förderzweck passenden Privatfesten, Kritik des Bundes der Steuerzahler und politischen Schuldzuweisungen in die Schlagzeilen.

Im aktuellen Kündigungsschreiben wird den Firmen mitgeteilt, dass sie sich bei einem Interesse am Verbleib im Technologiezentrum direkt mit dem Unternehmer Dietmar Hartmann in Verbindung setzen könnten. Das bestätigte Rechtsanwältin Birte Hansen dem OHA. Hartmann ist Eigentümer der historischen Blomenburg und des Baulandes drumherum; die Vermutung liegt nahe, dass er Interesse am Erwerb des Technologiezentrums aus der Insolvenzmasse haben könnte.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen