Plön : In den großen Fußspuren Hans Korths

Sehen sich in der Pflicht: Lennarth Korth (rechts), und TSV-Jugendwart Artur Maslimov, verantwortlich für die Streckenbeschilderung beim Seelauf.
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Sehen sich in der Pflicht: Lennarth Korth (rechts), und TSV-Jugendwart Artur Maslimov, verantwortlich für die Streckenbeschilderung beim Seelauf.

Das 25. Internationale Lauf- und Wanderfestival Großer Plöner See am 27. August wird nach vielen Jahren von einem neuen Team organisiert, darunter sein Sohn.

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19. August 2017, 17:23 Uhr

Hans Korth wird vielen Menschen in Erinnerung bleiben: Immer die Kamera im Anschlag, mit oder ohne Warnweste, begleitete der im März verstorbene Leiter des Boxrings im TSV Plön unzählige sportliche Veranstaltungen – natürlich auch das Internationale Lauf- und Wanderfestival Großer Plöner See Ende August und den Rapsblütenlauf Anfang Mai. Beides hatte er viele Jahre selbst organisiert.

Sein in Kiel lebender Sohn Lennart Korth (35), von Beruf Fachinformatiker, und der Plöner Marco Bischoff (34, Soldat), neuer Leiter der TSV-Boxsparte in Plön und Vater von fünf Kindern, haben das Erbe angetreten und führen mit einem Helferteam in Hans’ Sinne die Organisation fort. Am Sonntag, 27. August, finden das 25. Internationale Lauf -und Wanderfestival Großer Plöner See, der 18. Plöner-See-Marathon, der 36. Lauf um den Plöner See und der 2. Lauf um die Prinzeninsel statt.

„Es ist mir ein Herzenswunsch, dass dies nicht aufhört, nur weil Hans nicht mehr ist. Es ist eines seiner Lebenswerke“, sagte Lennart Korth dem OHA. „Es ist eine große Herausforderung, zu verstehen, wie Hans die Strippen gezogen und aus sämtlichen Netzwerken Leute mobilisiert hat.“

Als Lennart und Marco begannen, das sportliche Großereignis zu organisieren, spürten sie bald, das würde nicht einfach sein. Der Grund: Es gibt nur wenig bis keine schriftlichen Unterlagen zu Schlüsselverantwortlichkeiten, Rettungsdienst, Genehmigungen, Streckenkennzeichnung oder auch Helfern. „Hans hatte alles im Kopf, hat vieles auf dem Weg von Kiel nach Plön aus dem Ärmel geschüttelt und durchorganisiert und nichts so richtig dokumentiert. Manche Genehmigung kriegte er erst kurz vor knapp einen Tag vorher. Wir versuchen jetzt, alle an einen Tisch zu holen und zu verstehen, wie Hans das gemacht hat und freuen uns über jede helfende Hand und Sponsoren“, resümiert Lennart das „liebenswerte Chaos“.

Die vergangenen Monate waren für ihn geprägt von der Trauer um den Vater, mit seiner Lebensgefährtin Julia Michelsen der Freude über die Geburt der Tochter Ava Madita Korth, die vor fünf Wochen zur Welt kam, und mit der Organisation der Laufevents, die ihn häufig von Kiel nach Plön führt.

Schon als Kind war Lennart, der heute traditionelles Taekwondo trainiert und an Volksläufen teilnimmt, an Vaters Seite dabei, gab Getränke und Verpflegung aus, war als Streckenposten eingeteilt. Marco hat zehn Jahre lang den Seelauf mitorganisiert und ist wie Lennart dennoch erstaunt über die Vielzahl an Genehmigungen, Spannbändern, Beschilderung oder auch Besonderheiten an der Strecke wie Schlagbäume und Poller, die jemand aufschließen muss. Wer sind die Ansprechpartner? „Erst jetzt wird deutlich, an wie vielen Schrauben Hans gedreht hat. Wir finden einen Weg, hat er immer gesagt, und wenn wir jetzt Leute fragen, heißt es häufig: ,Hat Hans gemacht‘.“

Vor 25 Jahren hatte Hans Korth die Organisation des Plöner Seelaufs übernommen. 2017, am 27. August, werde es daher aus Anlass des Jubiläums einige Neuerungen geben. Dazu zählt ein Hans-Korth-Integrationspokal für Leute, die sich besonders darum bemühen, Menschen durch Sport zusammenzubringen.

„Hans hat immer Leute motiviert, die am Rand der Gesellschaft stehen, hat ihnen das Gefühl gegeben, dass sie Teil von etwas sind. Sie fühlten sich wertgeschätzt, sind Teil vom Team. Integration war sein Ding“, blickt Lennart zurück. In diesem Sinne werde TSV-Jugendwart Artur Maslimov wieder Flüchtlinge als Helfer dazuholen. Ebenfalls neu seien Teilnehmermedaillen statt T-Shirts und einheitliche Pokale für die 1., 2. und 3. Gesamtsieger in den Disziplinen Einzellauf, Staffellauf, Marathon, Wandern und Lauf um die Prinzeninsel.

Damit die Planung im nächsten Jahr leichter wird, sind Lennart und Marco dabei, ein Betriebskonzept zu digitalisieren, und sie haben eine akribische Budgetplanung erstellt, um den Lauf, der nie kostendeckend gewesen sei, zu finanzieren. Verbunden mit der Hoffnung auf Sponsoren, und darauf, dass es auch im nächsten Jahr wieder ein Lauf- und Wanderfestival geben wird.

> www.lauf-festival-ploener-see.de


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