Immobilien: Betrug nicht nachweisbar

Avatar_shz von
17. März 2011, 07:04 Uhr

Eutin | Mit der Einstellung des Verfahrens endete gestern Vormittag vor dem Eutiner Amtsgericht der Prozess gegen einen Hamburger Geschäftsmann wegen Immobilienbetrugs. Die Staatsanwaltschaft hatte dem 62-Jährigen vorgeworfen, es bei einem geplanten Baupro-jekt in Kleintimmendorf (Hauptstraße 4) nur auf die Anzahlungen möglicher Interessenten für Eigentumswohnungen abgesehen zu haben (wir berichteten).

Die Anklage ließ sich nach Auffassung des Schöffengerichts unter Vorsitz von Amtsrichter Otto Witt jedoch nicht aufrechterhalten. Eine Architektin hatte zwar rund 67 000 Euro zugesetzt, weil der Angeklagte sie für die vorgelegten Entwürfe nicht entlohnte, und auch eine Maklerin musste ihre Anzahlung von 10 000 Euro für eine Wohnung abschreiben. Der Nachweis, dass der Angeklagte in Betrugsabsicht gehandelt hatte, blieb jedoch aus, zumal die Beweisaufnahme ergab, dass er selbst intensiv - wenn auch erfolglos - an der Umsetzung des Projekts gearbeitet hatte. Der Mann meldete im September 2008 Insolvenz an. Offensichtlich fehlte dem Gericht auch der Glaube, dass ein Bauunternehmer, der gestern eigentlich noch als Zeuge gehört werden sollte, neue Erkenntnisse gebracht hätte. Auf seine Vernehmung wurde verzichtet.

Zum zweiten Prozesstermin ließ sich der Angeklagte durch seinen Rechtsanwalt vertreten, auch der Staatsanwalt erschien gar nicht erst. Die Staatsanwaltschaft stimme einer Einstellung des Verfahrens zu, erklärte Witt. Damit zeigte sich auch der Anwalt des Geschäftsmanns einverstanden.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen