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Unfallstatistik für Ostholstein : Immer mehr Senioren Unfallverursacher

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Polizei sagt: „Das entspricht dem Bevölkerungsanteil.“ Die Zahl der verunglückten Radfahrer steigt, Unfällen unter Drogen- und Alkoholeinfluss sind rückläufig.

shz.de von
erstellt am 11.Apr.2015 | 20:00 Uhr

Eutin | Gerade nach Unfallmeldungen wie „77-Jährige fährt in Familie“ ist die Aufmerksamkeit für Senioren am Steuer besonders groß. Auch im Kreis Ostholstein steigen die Zahlen mit Senioren als Unfallverursacher laut aktuellem Verkehrsunfallbericht der Polizeidirektion Lübeck. Allein im Jahr 2014 wurden 285 Unfälle von Menschen verursacht, die älter als 65 Jahre alt waren (2013: 252). Doch Oberkommissar Jörg Burmester aus Lübeck macht deutlich: „Man kann wirklich nicht sagen, dass Senioren ein Problemfeld darstellen. Es sind einfach wesentlich mehr Senioren unterwegs als früher. Die Zunahme in der Statistik entspricht dem Bevölkerungsanteil.“

Insgesamt gab es im vergangenen Jahr 6206 Unfälle auf den Straßen im Kreis Ostholstein. In der Mehrzahl (5392) blieb es bei Blechschäden. Doch unter den 1201 verunglückten Personen sind auch zehn Tote und 178 Schwerverletzte. Die Zahl der Unfälle mit Radfahrern (2014: 305; 2013: 271) ist ebenso gestiegen wie die Unfälle mit motorisierten Zweirädern (von 52 auf 77). Burmester erklärt: „Das liegt am guten Wetter im vergangenen Jahr und daran, dass es immer mehr versicherungspflichtige Fahrzeuge gibt, die zu den Zweirädern zählen.“ So zum Beispiel E-Bikes, die schneller als 25 km/h fahren, Segways oder Mofas. Diese Zahl wird laut Burmester auch in Zukunft steigen. Motorradunfälle sind im Gegensatz dazu gesunken (von 99 auf 78).

Im Landestrend liegt der Kreis beim Rückgang der Unfallzahlen mit den jungen Fahrern. Dies ist laut Burmester ein positiver Nebeneffekt des begleiteten Fahrens: „Die jungen Fahrer haben dann viel mehr Fahrpraxis, wenn sie ab 18 allein mit dem Auto unterwegs sind, wenn sie vorher einen erfahrenen Fahrer als Begleiter an ihrer Seite hatten.“

Die Unfälle mit Güterverkehrbeteiligung haben nach 2011/12 wieder etwas zugenommen (2014: 148). Laut Burmester eine eher normale Entwicklung. Die Zahl der Busunfälle hat sich dagegen fast halbiert (2013: 19; 2014: 9).

Auch die Zahl der Unfälle unter Drogen- oder Alkoholeinfluss ist gesunken. Wildunfälle sind – über den Dreijahreszeitraum betrachtet – mit 1337 nahezu gleichbleibend. Die Zahl der Fahrerfluchten steigt seit geraumer Zeit kontinuierlich an. 2014 entfernten sich allein 1348 Menschen unerlaubt nach einem Unfall. Burmester: „Die Menschen werden leider immer respektloser. Trifft man sie dann zu Hause an, gestehen die meisten von ihnen reumütig.“

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