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Ostholsteiner Anzeiger

17. August 2017 | 14:21 Uhr

Immer mehr Radler werden Unfall-Opfer

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Gutes Wetter und der Pedelecs-Boom lässt die Unfallzahlem deutlich steigen

In Schleswig-Holstein ist die Zahl der Fahrradunfälle gestiegen. Während die Polizei 2013 im ersten Halbjahr 1442 Unfälle zählte, sind es in den ersten sechs Monaten dieses Jahres 1891 – ein Plus von fast 24 Prozent. 53 Unfälle geschahen mit Pedelecs, Fahrräder mit elektrischem Antrieb, die zum ersten Mal erfasst wurden.

„Die Zahlen sind natürlich alarmierend“, sagt Carsten Massau, Geschäftsführer des Fahrradclubs ADFC Schleswig-Holstein. Als einen Grund nennt er das gute Wetter. „Dadurch hat die Saison früher begonnen.“ Eine Standardsituation für Unfälle seien Abbiegemanöver, bei denen Autofahrer den Schulterblick vergessen. Zudem sei es besonders gefährlich, wenn nur ein Radweg auf einer Straßenseite sei. Der so genannte Zweirichtungsradweg sei „auf jeden Fall problematisch“, sagte Massau. Als dritten Punkt nennt er, dass zu viele Radfahrer auf der falschen Straßenseite unterwegs seien.

Die Zahl der Schwerverletzen bei Radunfällen stieg in den ersten sechs Monaten um 63 auf 221, die Zahl der Leichtverletzen um 282 auf 1444. Ein positiver Aspekt der Statistik: Während 2013 vier Radfahrer bei Unfällen starben, gab es dieses Jahr noch keine Todesfälle. Nach einem Unfall gestern in Norderstedt schwebt ein 67 Jahre alter Radfahrer in Lebensgefahr.

Ein viel diskutiertes Thema beim ADFC und bei der Polizei sind Pedelecs, die oft fälschlicherweise auch als E-Bikes bezeichnet werden, im Gegensatz zu diesen aber kein kleines Nummernschild brauchen. Anders als bei E-Bikes unterstützt der eingebaute Elektromotor beim Pedelec den Fahrer nur dann, wenn er in die Pedalen tritt. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 25 km/h.

In Deutschland hat sich die Zahl der Pedelecs im vergangenen Jahr auf etwa eine Million verdoppelt. „Damit haben viele Menschen, die lange nicht mehr mehr auf dem Fahrrad saßen, die Möglichkeit unterwegs zu sein“, sagt Stephan Steffen von der Zentralstelle polizeiliche Prävention.

Das Verkehrrisiko steige. Er sagt daher: „Es ist hypothetisch, aber man sollte über eine Prüfbescheinigung nachdenken.“ Carsten Massau vom ADAC ergänzt: „Wir haben mehr Radfahrer, die ungewohnt schnell fahren können, auf einer Infrastruktur, die dafür nicht ausgelegt ist.“

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erstellt am 07.Aug.2014 | 18:38 Uhr

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