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Ostholsteiner Anzeiger

11. Dezember 2017 | 07:17 Uhr

Immer mehr Anzeigen bei der Online-Wache

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Polizei meldet 7500 Fälle / Vereinzelt lange Bearbeitungszeiten

von
erstellt am 15.Feb.2017 | 17:11 Uhr

Der Griff zum Smartphone oder zum Rechner fällt vielen Schleswig-Holsteinern offenbar leichter als ein Polizeirevier aufzusuchen. Das zeigen die neuesten Zahlen des Landespolizeiamtes zur Online-Wache, die unserer Zeitung bereits vor der heutigen Präsentation der Kriminalstatistik vorliegen.

In der Online-Wache können Bürger Delikte über das Internet anzeigen. Registrierte die Landespolizei 2012 noch 4631 Taten, waren es drei Jahre später schon 6170. In den vergangenen Jahren zeigten die Bürger genau 7534 Taten über das Netz an, insgesamt waren es rund 203  000 Delikte. „Die Akzeptanz der Online-Wache ist seit Einrichtung im Jahr 2006 durch die Bürger stetig gewachsen. Die Anzeigenerstattung per Internet nimmt den Menschen Wege ab, sie ist anwenderfreundlich und zeitgemäß“, sagt der Sprecher des Landespolizeiamtes, Jürgen Börner. Auch Beschwerden über die Polizei werden online entgegengenommen.

Was die Menschen anzeigen, wird ebenso wenig registriert wie die Aufklärungsquote. „Die Online-Wache eignet sich vor allem zur Anzeige von so genannten Massendelikten, wie Internetbetrug, Taschendiebstahl oder Sachbeschädigung“, sagte Börner.

Wenn ein Bürger eine Anzeige aufgibt, werde die an die rund um die Uhr mit Polizeibeamten besetzten Lagezentren des Innenministeriums geschickt. In dringenden Fällen wird telefoniert, sonst erfolge die Weiterleitung innerhalb einer Stunde an die „örtlich zuständige Behörde, die jeweilige Polizeidirektion.“ Von dort wird sie an die Sachbearbeiter weiter geschickt.

Das klappt nicht immer. Die Piratenpartei deckte einen Fall auf, indem „eine Strafanzeige wegen Nötigung und Beleidigung am 23. Mai 2016 von der Polizei verschlampt und erst nach der zweiten Rückfrage Monate später bearbeitet wurde“, wie der Fraktionsvorsitzende Patrick Breyer erklärt. Eine Dienstgruppe habe eine Weiterleitung versäumt, erklärte daraufhin das Innenministerium. „Derartige Fälle sind absolute Einzelfälle“, sagte Jürgen Börner.

> Information: http://bit.ly/2l7OdzT

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