Eutin : Imker enttäuscht – Kein Geld für die JKK-Forschung von der Stadt

Wie kann das Jakobskreuzkraut eingedämmt werden? Eine Doktorarbeit untersucht die Folgen des gesundheitsschädlichen PA.
Wie kann das Jakobskreuzkraut eingedämmt werden? Eine Doktorarbeit untersucht die Folgen des gesundheitsschädlichen PA.

Die SPD scheiterte mit ihrem Antrag, mit 500 Euro das Kooperationsprojekt zwischen der Interessengemeinschaft Jakobskreuzkraut und der Ludwig-Maximilian-Universität (LMU) in München zu unterstützen.

shz.de von
13. Juli 2015, 13:43 Uhr

„Wir brauchen endlich klare Erkenntnisse, damit wir auch als Laien etwas haben, an dem wir uns orientieren können“, warb Ausschussvorsitzende Gabriele Appel (SPD) für den Antrag ihrer Fraktion. Die Doktorarbeit von Matthias Zimmermann (insgesamt 15  000 Euro) soll Klarheit darüber bringen, inwieweit das JKK aufgrund seines hohen Anteils an Pyrrolizidinalkaloiden (PA) gesundheitsschädlich für Mensch und Tier ist. Die Promotion ist ein Kooperationsprojekt der LMU und
der Interessengemeinschaft „Naturschutz ohne Verlierer“, zu der neben dem Bauernverband unter anderen der Imkerverein Eutin, die Vogelschutzgruppe Eutin-Malente, die Kreisjägerschaft Eutin und der Wasser- und Bodenverband Schwentinental gehören (wir berichteten).

Heinz Lange (FWE) forderte: „Bevor wir das unterstützen, müssen wir auch sicher gehen, dass wir das nicht wieder bei der neuen B  76 als Saatmischung für Straßenböschungen angesät kriegen.“ Christiane Balzer (Grüne) war gegen die kleine Finanzspritze: „Das ist Lobbyarbeit, die wir dann mit Steuergeldern unterstützen würden. Dann fallen mir noch zig andere ein, für die wir gleich mit abstimmen können.“ Balzer sah die Gefahr nicht allein im JKK: „Es gibt acht verschiedene Arten mit den schädlichen Bitterstoffen. Das ist ein sehr komplexes Thema, was ich nicht auf ‚JKK ist schuld‘ reduziert wissen möchte.“ Wer Sorge um seinen Honig habe, dem riet Balzer: „Der kann sich an die Landwirtschaftskammer oder an die Stiftung Naturschutz wenden.“ Die Honigproben werden im Rahmen der Studie kostenlos getestet. Dies überzeugte auch die CDU. Mit sechs Gegenstimmen wurde der Antrag abgelehnt. Die Reaktion des Imkers Rainer Korten folgte prompt: „Ich kann natürlich nachvollziehen, dass eine wissenschaftliche Arbeit, die die Folgen der Naturschutzkonzepte der Grünen aus der Vergangenheit für die Imkerei als nachteilig bewerten könnte, nicht die Akzeptanz der Grünen findet. Die Eutiner Imker sind aber gerne bereit, ihren mit dem Pflanzengift Pyrrolizidinalkaloide belasteten Sommerhonig aus dem letzten Jahr kostengünstig abzugeben an Grüne und CDU-Stadtvertreter.“

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