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Ostholsteiner Anzeiger

23. Oktober 2017 | 21:14 Uhr

Im Kreis wird es eng für die Alten

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Kreis Plön gibt mit Unterstützung der Sektion für Forschung und Lehre in der Pflege am UKSH eine neue Pflegebedarfsplanung heraus

von
erstellt am 21.Jan.2016 | 12:28 Uhr

Die Zahl der Pflegebedürftigen im Kreis Plön wird bis 2025 auf über 5300 Frauen und Männer steigen. Das entspricht auf der Grundlagen gesicherter Zahlen aus 2011 einem Plus von 1610 Menschen (44 Prozent). Prof. Dr. Sascha Köpke und die Diplom-Gesundheitswirtin Elke Peters von der Sektion für Forschung und Lehre in der Pflege am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) hatten den Kreis Plön bei der Erstellung der aktuellen Pflegebedarfsplanung unterstützt.

Aufgrund der demografischen Entwicklung werden zukünftig immer mehr ältere Menschen einer schrumpfenden Erwerbsbevölkerung gegenüberstehen. Da die Wahrscheinlichkeit pflegebedürftig zu werden mit dem Alter steigt, wird mit einer Zunahme insbesondere der älteren Pflegebedürftigen gerechnet.

Die Zahl der erheblich Pflegebedürftigen wird im Kreis Plön um 45 Prozent (Schleswig-Holstein 38 Prozent) zunehmen, die der Schwerpflegebedürftigen um 43 (37) und die der Schwerstpflegebedürftigen um rund 36 (31) Prozent, schreiben Köpke und Peters. Deutschlandweit werde die Zahl der Pflegebedürftigen in jeder Pflegestufe um etwa 30 Prozent steigen.

Nach den Berechnungen Köpkes und Peters wird der Anteil der zu Hause versorgten Pflegebedürftigen mit etwa 65 Prozent im Kreis Plön fünf Prozentpunkte höher als in Schleswig-Holstein aber fünf Prozentpunkte niedriger als in Gesamtdeutschland ausfallen.

Im Kreis Plön waren 2013 noch 27 stationäre Pflegeeinrichtungen mit insgesamt 1379 Plätzen für die vollstationäre und 140 für teilstationäre Pflege (Tages- und Nachtpflege) ansässig, heißt es weiter. Köpke im Bericht: „Damit entfallen auf einen vollstationären Platz statistisch betrachtet 2,7 Pflegebedürftige.“ Die Einrichtungen verfügten im Durchschnitt über 51 Plätze und betreuten durchschnittlich 46 vollstationäre und fünf teilstationäre Pflegebedürftige. Es stehen elf ambulante Pflegedienste bereit, die 757 Pflegebedürftige betreuen.

„Überträgt man diese Versorgungssituation in das Jahr 2025 bräuchte man schätzungsweise mehr als 600 Plätze zusätzlich für die vollstationäre und 60 Plätze zusätzlich für die teilstationäre Versorgung sowie Kapazitäten für etwa 400 Pflegebedürftige mit ambulanter Versorgung“, heißt es in der neuen Pflegebedarfsplanung. Bei aktuellen Personalschlüsseln und Arbeitszeiten in der ambulanten und stationären Pflege benötige man im Kreis Plön bis 2025 nahezu 600 zusätzliche Beschäftigte – es müssten dann 2178 sein – um den Personalbedarf durch die demografische Entwicklung auszugleichen.

Im Kreis Plön seien aktuell rund 2200 Menschen von Demenz betroffen. Bis 2025 werde sich die Zahl voraussichtlich um 51,8 Prozent (1119 Frauen und Männer) auf 3279 Personen erhöhen – ein jährlicher Anstieg um etwa drei Prozent.

Vielfach reiche auch eine barrierefreie Wohnung allein nicht aus, um im Alter möglichst lange selbstständig wohnen zu können. Es bedarf eines altersgerecht gestalteten Wohnumfeldes, infrastruktureller Angebote, Maßnahmen zur Sicherung von Teilhabe und zum sozialen Austausch. Alten- und Pflegeheime seien trotz vielfältiger Aktivitäten beim Ausbau altersgerechter Wohnalternativen quantitativ weiterhin die bedeutendste außerhäusliche Wohnform für Ältere.

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