zur Navigation springen
Ostholsteiner Anzeiger

15. Dezember 2017 | 00:04 Uhr

„Im Januar gehen die Lichter aus“

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Jubel im Kursaal nach dem knappen Nein zum GLC-Vertrag / CDU-Fraktionschef Salomon sieht Malentes Tourismus jetzt in Gefahr

von
erstellt am 30.Okt.2014 | 14:19 Uhr

Ein lautes „Hurra!“ und Beifall von Zuhörern ertönte gestern Abend im Kursaal, als Bürgervorsteher Rainer Geerdts nach gut zweistündiger Sitzung das in namentlicher Abstimmung ermittelte Ergebnis verkündete. „Mit Ja stimmten zwölf Gemeindevertreter, mit Nein 13. Damit ist der Abschluss eines Vertrages mit der Glücksburg Consulting AG abgelehnt.“

Zur Debatte stand ein neuer Auftrag für GLC, von 2015 bis Ende 2019 touristische Aufgaben wie Veranstaltungen, Gäste-Information und Kurabgabenbearbeitung in Malente zu erfüllen. Jährlich sollte dies mit 200 000 Euro Honorar und 10 000 Euro Aufwandsvergütung vergütet werden. Diese Zahlen wurden mit Zustimmung des Unternehmens erstmals öffentlich genannt, nachdem in Sitzungen zuvor auf Vertraulichkeit gepocht worden war.

Die Ablehnung kam für viele überraschend, nachdem am Vorabend noch eine Mehrheit im Tourismus-Ausschuss den Vertragsschluss befürwortet hatte. Die Auswüchse der turbulenten Diskussionen darum, vor allem die verbalen Entgleisungen des CDU-Vertreters Uwe Potz, waren den Gemeindevertretern aber vielfach aufs Gemüt geschlagen. Grünen-Sprecherin Dagmar Nöh-Schüren bekannte gestern
offen, dass sie unter diesen Umständen keinen Sinn mehr im Streiten um die beste Lösung sehe. Jetzt sei es Sache der Vermieter, um deren Interessen es ja hauptsächlich gehe, sich zu Wort melden. Sie habe alles unternommen, den Bürgern die Augen darüber öffnen, dass der neue Vertrag für GLC vielfach nicht das enthalte, was die Gemeinde als Leistungsanforderung für den touristischen Dienstleister ausgeschrieben habe.

Holger Bröhl (FWM) bedauerte, dass die Warnungen vor Rechtsverstößen es verhindert hätten, die Öffentlichkeit früher ins Boot zu holen. Es sehe im neuen Vertrag keine der angestrebten Verbesserungen für Malentes touristische Wirksamkeit und fürchte, dass die finanzielle Last der Gemeinde deutlich über die Grenze von 200 000 Euro jährlich steige.

In der Diskussion zeigten etliche Bürger Unverständnis, dass trotz aller Kritik GLC weiterhin beauftragt werden solle. Kathrin Dehn-Schumacher erinnerte an die von Politik und Wirtschaft gemeinsam formulierten Ziele im Tourismus, wozu auch die regionale Verankerung in der Tourismuszentrale Holsteinische Schweiz (TZHS) gehöre.

CDU-Sprecher Hans-Werner Salomon betonte hingegen, dass die TZHS selbst eingeräumt habe, von Malente gewünschte Leistungen noch nicht zu den von GLC gebotenen Bedingungen erbringen zu können. Deshalb sei die weitere Zusammenarbeit mit GLC für die Gemeinde wirtschaftlich vernünftig. Es sei zudem immer noch nicht das letzte Wort über den Austritt aus der TZHS gesprochen, der Bürgermeister solle noch Verhandlungen führen. Eindringlich warnte Salomon dann: „Wenn wir dem Vertrag nicht zustimmen, gehen im Januar 2015 in Malente die Lichter aus.“

SPD-Sprecher Jürgen Redepenning erinnerte an die vielfache Kritik der SPD an den Tourismus-Ausgaben, fuhr dann mit ernster Stimme fort: „Wenn der Vertrag abgelehnt wird, müssen alle, die ihn nicht wollen, schnell an die Arbeit gehen.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen