Vermisstenfall Andrea L. : Im Gemüsebeet vergraben: Polizei findet Leiche in Wulfsdorf

<p>Eine Polizeistreife vor dem Haus des Paares in Wulfsdorf. Der Wagen der vermissten Andrea L. steht in der Einfahrt.</p>/Archiv
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Eine Polizeistreife vor dem Haus des Paares in Wulfsdorf. Der Wagen der vermissten Andrea L. steht in der Einfahrt.

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Andrea L. wurde gefunden – tot. Die Polizei grub auf dem Grundstück der Familie den in Plastikfolie gewickelten Leichnam aus.

shz.de von
16. Januar 2018, 16:44 Uhr

Wulfsdorf (Scharbeutz) | Die seit knapp drei Wochen vermisste Andrea L. aus Wulfsdorf bei Scharbeutz ist tot. Ihre Leiche wurde am Dienstag in Plastikfolie verpackt auf dem Grundstück der Familie gefunden, teilte die Staatsanwaltschaft am Abend mit. Die Todesursache stehe noch nicht fest, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Ulla Hingst. Die 41 Jahre alte Frau wurde seit dem 29. Dezember 2017 vermisst. Ihr Ehemann war Anfang Januar unter dem dringenden Tatverdacht festgenommen worden, seine Frau getötet zu haben. Er sitzt in Untersuchungshaft und bestreitet die Tat.

Am Dienstagvormittag hatten 35 Polizisten noch einmal mit Schaufeln und Sonden das Grundstück in dem 200-Seelen-Dorf Wulfsdorf bei Scharbeutz in Ostholstein abgesucht, wo die Familie wohnte. In einem Beet am Rande des Grundstücks seien sie dabei auf ein in Plastikfolie gewickeltes und verschnürtes Paket gestoßen, sagte Hingst. „Form, Größe und Gewicht legten den Verdacht nahe, dass es sich um einen menschlichen Körper handelt könnte“, sagte sie. „Wir haben das Folienpaket in die Rechtsmedizin nach Lübeck gebracht. Beim Öffnen kam dann der Leichnam der Vermissten zum Vorschein“, sagte die Oberstaatsanwältin. Zuvor war intensiv nach der vermissten Frau gesucht worden.

Am 29. Dezember war die 41-Jährige nicht bei der Arbeit im Hotel „Seehuus“ in Niendorf erschienen – ohne sich abzumelden. Die Ermittlungen der Mordkommission ergaben, dass sie am zweiten Weihnachtsfeiertag das letzte Mal lebend gesehen wurde. Schnell geriet der 39 Jahre alte Ehemann in Verdacht, seine Frau getötet zu haben. Der zehn Jahre alte Sohn des Paares befindet sich nach Angaben Hingsts seit der Festnahme des Vaters in der Obhut von Angehörigen.

Warum ist die Leiche nicht schon viel früher gefunden worden?

Die Staatsanwaltschaft bestätigt, dass das Grundstück bereits von Kripobeamten inspiziert worden war – jedoch ohne Spuren von frischen Erdbewegungen zu entdecken. Hingst: „Möglich ist, dass der starke Regen sie verwischt hat.“ Aber auch der Leichenspürhund hatte im Garten nicht angeschlagen. Offenbar war der Körper von Andrea L. zu gut in Folie gewickelt und mit Klebeband abgedichtet worden.

Angaben zum Ablauf der Tat und zu möglichen Motiven machte die Staatsanwaltschaft zunächst nicht. Die Ermittlungen dazu dauerten an, sagte die Behördensprecherin. 

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