Illegaler Anbau von Drogen im Kreis Plön bestraft

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29. Oktober 2018, 14:25 Uhr

Gleich in zwei Prozessen musste sich jetzt das Plöner Schöffengericht mit dem illegalen Anbau von Cannabis beschäftigen – in einem Falle verhängte das Gericht eine Geldstrafe, im zweiten Fall eine Bewährungsstrafe von zwei Jahren.

Acht Töpfe mit Hanfpflanzen und die für die Aufzucht notwendigen Utensilien hatte die Kripo Plön im Sommer 2015 bei einem 27-jährigen Lütjenburger bei einer Durchsuchung sichergestellt. Allerdings waren die Pflanzen mangels Pflege in einem erbärmlichen Zustand. Daneben fanden die Beamten allerdings auch 48 Gramm Marihuana (zerriebene Blätter, Blüten und Stengel der Hanfpflanzen), dessen Wirkstoffgehalt (THC) den gesetzlich festgelegten Begriff „der nicht geringen Menge“ übertraf und das Delikt damit zu einem „Verbrechen“ machte – Mindeststrafe ein Jahr Freiheitsentzug.

Dass das Gericht von dieser „Vorgabe“ abwich und es bei einer Geldstrafe von 2400 Euro beließ, verdankt der Verurteilte der Tatsache, dass Staatsanwaltschaft und Gericht ihm seine Rechtfertigung abnahm und die Tathandlung als „minderschweren Fall“ sanktionierten.

So berichtete der Angeklagte, nach dem Tode seiner Mutter, die er sterbend in ihrer Wohnung vorfand und die er vergeblich versucht hatte zu reanimieren, und durch weitere Probleme in seinem persönlichen Umfeld erhebliche psychische Probleme bekommen zu haben, die er durch den Konsum von Cannabis habe lösen wollen. Qualitätsmängel der von ihm erworbenen Drogen hätten ihn dann auf die Idee des Selbstversorgers gebracht. An einen Handel mit seinen Erzeugnissen habe er zu keiner Zeit gedacht. Gegensätzliche Erkenntnisse lagen dem Gericht auch nicht vor, und da der Wirkstoffgehalt der gefundenen Drogen nur geringfügig über der gesetzlichen Norm lagen, ging auch die Vertreterin der Staatsanwaltschaft von einem minderschweren Fall aus.

Härter traf es einen 48-jährigen Familienvater aus einem Dorf bei Wankendorf. Er sah sich nicht nur dem Vorwurf des illegalen Anbaus von Betäubungsmitteln ausgesetzt, sondern auch dem des illegalen Handelns und der Abgabe an Minderjährige. Die Staatsanwaltschaft hielt ihm vor, 2017 in der Scheune einer Verwandten professionell Hanf angebaut zu haben und mit Hilfe seines heranwachsenden Sohnes in den Handel gebracht zu haben. Besonders schwer wog der Vorwurf, die Droge in fünf Fällen auch an seine
zum Tatzeitpunkt 14-jährige Nichte abgegeben zu haben.

Im Dezember 2017 war der Angeklagte ins Visier der Kripo Segeberg geraten, die ihn observierte und schließlich am 28. Dezember zusammen mit seinen Sohn vorläufig Festnahmen. Im Wagen der Festgenommenen fanden die Fahnder 150 Gramm Marihuana und in der Scheune eine Hanfplantage mit 17 noch nicht abgeernteten Pflanzen.

Der Angeklagte räumte ein, in zwei Ernten ein knappes Kilo Marihuana gewonnen zu haben, das ihm einen Gewinn von etwa 750 Euro eingebracht habe. Die Abgabe an seine Nichte sei durch deren Bitte zustande gekommen. Er habe von ihrem Drogenkonsum erfahren und um zu verhindern, dass sie auf dem „Schwarzmarkt“ an unsaubere „Ware“ käme, habe er ihr von seinem „Biogras“, wie der Angeklagte sein Produkt bezeichnete, abgegeben.

Als Bewährungsauflage verhängte das Gericht eine Geldbuße von 1000 Euro und setzte die Bewährungszeit auf drei Jahre fest. Gegen seinen Sohn wird das Jugendgericht in Segeberg verhandeln.

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