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Malente : Igek: Leitprojekte werden konkreter

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Arbeitsgruppe diskutierte Themen wie Leerstandsbörse und Gründungsimpulse

Bürgermeisterin Tanja Rönck zeigte hochzufrieden mit den Ergebnissen. „Wir haben wirklich ,Butter bei die Fische gegeben‘“, fasste sie den Auftakt der zweiten Runde von drei Arbeitsgruppen zusammen. Im „Neukirchener Hof“ stand ging es dabei um den „Wirtschaftsstandort Malente“. „Wenn das morgen und übermorgen so weitergeht, stehen wir vor der Gemeindevertretung mit unheimlich guten Projekten da“, sagte die Verwaltungschefin, die gemeinsam mit dem Vorsitzenden der Wirtschaftsvereinigung Malente, Michael Kühn, und Stephan Kathke vom Beratungsunternehmen „Ernst Basler + Partner“ (EBP) die Veranstaltung geleitet hatte.

Vor dem Lob der Bürgermeisterin hatten sich die etwa 20 Teilnehmer der Runde in vier Arbeitsgruppen mit jeweils einem der Leitthema befasst, die sich nach der ersten Sitzung herauskristallisiert hatten: „Wirtschaftsförderung, Existenz- und Gründungsimpulse“, „Malenter Gesundheitscampus“, „Entwicklung des Bahnhofs als multifunktionale Drehscheibe am Wasser“ und „Citymanagement mit integrierter Leerstandsbörse“.

Beim Thema „Citymanagement“ wurde etwa diskutiert, welche Aufgaben eine Leerstandsbörse, die bei der Gemeinde angesiedelt sein soll, übernehmen könnte. Sie könnte etwa die Bereitschaft der Eigentümer leerstehender Geschäftsräume zur Vermietung abklären oder die Frage vertiefen, welche Standortvorteile Malente überhaupt habe, erläuterte Fachbereichsleiterin Britta Deubel. Hannes Wandhoff brachte die Idee einer Interimsnutzung auf. So könnten die Dorfschaften oder Vereine leerstehende Räume vorübergehend nutzen, um sich zu präsentieren. Angeregt wurde auch die Idee einer regionalen Leerstandsbörse „Holsteinische Schweiz“, die auch Eutin und Plön mit einbezieht.

Die Arbeitsgruppe „Gesundheitscampus“, der die vielen Akteure im Gesundheitsbereich von den Kliniken über die Berufsschulen mit Sitz in Malente bis zu den Pflegediensten zusammenbringen soll, wagte einen „Blick in die Zukunft“, wie es Tanja Rönck formulierte. Themen könnten etwa moderne Berufe wie betrieblicher Gesundheitsmanager sein oder Malente als Standort für Pharmafirmen, der mit ruhiger Arbeitsatmosphäre und gleichzeitig guter Anbindung an Kiel und Lübeck punkten könnte. Hier sei aber ein großes Netzwerk nötig, das nur ein Projektmanager aufbauen könne.

Einen Ideenwettbewerb für die Nutzung des Bahnhofs regte die von Stephan Kathke geleitete Arbeitsgruppe an. Auch dafür bräuchte es einen Projektmanager. Es gebe gute Fachleute für dieses Thema. Im Gespräch waren ein Shop für Reisende, der Bahnhof als Treffpunkt und auch als E-Bike-Station. Aus dem Bahnhof könnte ein „Kulturbahnhof“ werden, der über die reine Funktion hinausweise, erklärte Kathke.

„Wie können wir es schaffen, dass Existenzgründer dauerhaft in Malente bleiben?“, nannte Michael Kühn eine zentrale Fragestellung seiner Arbeitsgruppe. Dafür wolle man ein Netzwerk aufbauen, das Fragen für Existenzgründer beantworte, beispielsweise zu Werbematerialien und -Wegen. „All diese Dinge haben wir vor Ort“, sagte Kühn, der die Projektidee bereits an der Schwelle zur Umsetzung sieht.

Als „Sechser im Lotto mit Zusatzzahl“ hatte Tanja Rönck zu Beginn der Veranstaltung die Aufforderung des Landes an die Gemeinde bewertet, diese möge ihr Interesse an dem Städtebauförderungsprogramm bekunden. „Seit 20 bis 30 Jahren versucht die Gemeinde, da einen Fuß in die Tür zu kriegen“, erklärte die Bürgermeisterin. Sie bewertete das Signal des Landes als „Ausfluss unserer gemeinsamen Arbeit. Etwas auf die Bremse trat dagegen Stephan Kathke. „Malente darf jetzt einen Lottoschein abgeben“, erklärte er. „Maßgeblich sind eine schlüssige Strategie und stimmige Projekte“, sagte der Berater mit Blick auf die Chancen Malentes, Geld zu erhalten. Die Städtebauförderung gebe es meist für einen Zeitraum von acht bis zwölf Jahren, erforderlich seien ein Drittel Eigenmittel. Gefördert würden Konzepte, Planungen sowie die Sanierung von Straßen, Plätzen und Gebäuden.

Gestern Abend tagte in der „Alten Schule Benz“ die Arbeitsgemeinschaft „Lebensort Malente“, heute, 31. Mai, ab 17 Uhr kommt die AG „Erholungsort Malente“ im Landgasthof Kasch zusammen.

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erstellt am 30.Mai.2017 | 15:57 Uhr

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