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Ostholsteiner Anzeiger

23. Oktober 2017 | 09:01 Uhr

„Ich war gerne Polizeiärztin“

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Liisa Visuri-Karbe geht nach 24 Jahren in der PD AFB in den Ruhestand – nach 8165 Einstellungsuntersuchungen

von
erstellt am 28.Sep.2015 | 15:42 Uhr

Mit Vereidigung in der PD AFB wurde kürzlich für 260 Dienstanfänger der offizielle Start in ihr Berufsleben vollzogen (wir berichteten). Für Liisa Visuri-Karbe wird dieser Tag jedoch anders in Erinnerung bleiben. Die Polizeiärztin der Polizeidirektion für Aus- und Fortbildung und Bereitschaftspolizei (PD AFB) hatte beim Festakt auf Hubertushöhe ihren letzten Arbeitstag. Die angesehene Ärztin, die sowohl bei jüngeren als auch älteren Patienten der Polizei großes Vertrauen genießt, ging mit Ablauf des Monats in Ruhestand – nach 24 Jahren auf der Hubertushöhe.

Nachdem die gebürtige Finnin sechs Jahre in Unterfranken eine eigene Arztpraxis unterhalten hatte, wechselte sie 1991 nach Eutin in die PD AFB, um sich fortan als Polizeiärztin den Ordnungshütern anzunehmen und damit die ärztliche Versorgung von rund 1300 Mitarbeitern und Auszubildenden zu gewährleisten. Dazu war Visuri-Karbe für polizeiliche Spezialuntersuchungen verantwortlich und im Rahmen des Arbeitsschutzes als Betriebsärztin tätig.

Nach so einem langen Berufsleben sei es einfach an der Zeit, in den Ruhestand zu gehen, denn sie habe stets voll gearbeitet, und das trotz zweier Kinder, sagte Visuri-Karbe. Sie sei aber auch wehmütig, wie die 65-Jährige bekannte. „Ich bin sehr gerne Polizeiärztin gewesen“, sagte Visuri-Karbe rückblickend. Und sie werde die „Jungs“, wie die gebürtige Finnin die überwiegend jungen Patienten in der PD AFB liebevoll nennt, vermissen.

In fast zweieinhalb Jahrzehnten als Polizeiärztin hat die Ärztin, die in Heidelberg Medizin studierte, stets im Hintergrund gewirkt. Wie auch bei der Vereidigung, als sich die Malenterin an ihrem letzten Arbeitstag noch einmal um junge Polizisten kümmerte, die vom langen Stehen während des feierlichen Gelöbnisses Kreislaufprobleme erlitten hatten und ärztlich versorgt werden mussten.

In den medizinischen Fragen habe sie sich immer auf dem neuesten Stand über Erkrankungen befunden oder sich entsprechend kundig gemacht, bevor sie der Einstellverwaltung der Werbe- und Einstellungsstelle einen Vorschlag über Zulassung oder Nichtberücksichtigung eines Bewerbers gemacht habe. „Ihre Beurteilungen waren sowohl für den vorgeschriebenen ärztlichen Zweitgutachter als auch für mich als Entscheider stets richtungweisend und dadurch gerichtsfest“, würdigte Horst Winter, Leiter der Werbe- und Einstellungsstelle die Fachkenntnis Visuri-Karbes. In ihrer 24-jährigen Dienstzeit habe die Polizeiärztin rund 35  000 Akten geprüft und 8165 Einstellungsuntersuchungen vorgenommen, rechnete Winter vor. Gemeinsam mit seiner Vertreterin Susanne Damlos verabschiedete Horst Winter Liisa Visuri-Karbe mit einem Blumenstrauß und einem Präsent. Nachfolgerin als Polizeiärztin wird ab 1. Oktober Kristine Wagner-Hingst aus Wangels.



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