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Eutin : „Ich hab’ noch auf dem Markt geparkt“

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Bürgervorsteherin Margret Möller macht beim gemeinsamen Projekt von Landesgartenschau und Weber-Gymnasium mit.

Sie trank Chabeso, tanzte bei Tante Fine und schlürfte Shakes in der Milchbar am Rosengarten – Stadtvertreterin Margret Möller schwärmte von den alten Zeiten im Interview mit den Weber-Gymnasiasten Inga Spiegel und Leon Grebien.

„Eutin war für mich immer eine Heimat, aus der ich nie wegwollte“, sagt die 70-Jährige. Obwohl sie nicht in Eutin, sondern in Putlos geboren wurde – ihre Eltern waren Flüchtlinge – und dort mit ihren Geschwistern in den Anfangsjahren in Baracken gelebt hatte, entwickelte sie schnell ein inniges Verhältnis zur Rosenstadt. „Der Abschied von meinen Freundinnen viel mir anfangs schon schwer, aber ich bin ein lebensbejahender Mensch und habe viele neue Kontakte und Freunde gefunden.“

Ihr Vater, ein Finanzbeamter, wurde nach Eutin versetzt, als sie ein junges Mädchen war. Die Eltern bauten in der Wilhelm-Wisser-Straße ein Haus für die insgesamt neunköpfige Familie. Noch heute lebt Margret Möller mit ihrem Bruder darin. Sie ging später zur Handelsschule, konnte im ersten Jahr nach dem Führerscheinerwerb sogar noch auf dem Markt parken – „dann wurde der Platz umgestaltet, daran musste ich mich erst gewöhnen“, sagt Möller, die seit Jahrzehnten in der Kommunalpolitik aktiv ist. Nach der Handelsschule arbeitete sie beim Eutiner Standesamt, ging dann fünf Jahre zur Datenzentrale nach Kiel, kam schließlich zurück und stieg auf der Karriereleiter bis zur Oberamtsrätin im Kreis Plön auf. Was sie mitnimmt aus der Berufszeit? Möller: „Ich musste schon während meiner Ausbildung lernen, dass es wichtig ist, sich eine eigene Meinung zu bilden und dazu auch zu stehen. Das hilft mir bis heute, auch wenn es mir anfangs schwer viel, weil wir zur Zurückhaltung erzogen worden.“

Noch heute gibt es Freundschaften aus der Anfangszeit und liebgewordene Traditionen: „Wir haben regelmäßige Klassentreffen von der Handelsschule in Eutin und schwelgen dann in Erinnerung“, sagt Möller mit einem Lächeln im Gesicht, „der Zusammenhalt war damals ganz toll und wir hatten richtig Spaß“. Chabeso, das verrät sie, war ein Brause-Wein-Gemisch – „aus heutiger Sicht ein furchtbares Zeug, aber damals hat es geschmeckt“.

Überhaupt sei die kulturelle Szene Eutins in den 70er und 80er Jahren groß gewesen: Viele Orte zum Tanzen und feiern und natürlich die Eutiner Festspiele habe es gegeben. „Das erste Mal war ich 1969 bei einer Aufführung. Mein Vater gab mir extra Geld, damit ich mit meinen Oldenburger Freundinnen einen schönen Abend haben konnte“, erinnert sich Möller. Seitdem sei sie regelmäßiger Gast und heute glücklich, dass es die Festspiele immer noch gebe.

Projekt: Zeitzeugen gesucht

Gemeinsam rufen die Landesgartenschau Eutin 2016 gGmbH, das Weber-Gymnasium der Stadt Eutin, der Heimatverband Eutin, die Stadt Eutin als Projektträgerin sowie der Ostholsteiner Anzeiger (OHA) interessierte Eutiner aller Altersstufen auf, ihre persönlichen Erinnerungen zu erzählen. Ob Schlittschuhlaufen auf dem gefrorenen Eutiner See vor zig Jahrzehnten oder das Rodeln im Schlossgarten im vergangenen Winter, romantische Erlebnisse im Schlossgarten – alle Eutiner sind angesprochen.

> Interessierte können mit dem Betreff „Eutiner Erinnerungen“ eine Mail an redaktion.eutin@shz.de schicken, bitte Kontaktdaten nicht vergessen, oder einfach anrufen: Tel. 04521/779-1900 (werktags zwischen 9.30 und 16 Uhr).

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erstellt am 01.Dez.2015 | 18:28 Uhr

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