Heidmühlen : "Ich bau ne Stadt für Dich und mich"

Naschen erlaubt: Frische Himbeeren sammelten diese drei  'Erntehelfer' aus dem Feriencamp ein. Foto: hfr
Naschen erlaubt: Frische Himbeeren sammelten diese drei "Erntehelfer" aus dem Feriencamp ein. Foto: hfr

60 Kinder von Familien aus Wohnungsbaugenossenschaften erlebten ein Feriencamp in Heidmühlen und besuchten Obsterlebnishof.

Avatar_shz von
08. August 2011, 11:15 Uhr

Heidmühlen/Blekendorf | Sie haben sich als Schreiner und Bäcker versucht, haben ein Dorf, eine mittelalterliche und eine moderne Stadt gebaut und sogar ein eigenes Museum gestaltet. Einer der Höhepunkte bei dem zweiten Feriencamp der Wohnungsbaugenossenschaften Schleswig-Holstein aber war für 60 Kinder zwischen acht und zwölf Jahren ein Ausflug vom "Ferienhof am Klint" in Heidmühlen bei Neumünster zum Obst-Erlebnis-Garten Hohwachter Bucht in Blekendorf. Bei einer Rallye aus zehn Stationen war die Kreativität der kleinen Architekten auf ganz anderen Gebieten gefragt: beim Fühl memory, Himbeerernten und in der Schmeckarena.

Kartoffeln, die anders aussehen als Pommes frites? Das war für einige der Teilnehmer des Feriencamps neu. Kein Wunder, dass Antonia Eltermann (9) aus Lübeck strahlte, als ihr die Augenbinde beim Fühlmemory abgenommen wurde. "Da waren Stroh, Weintrauben und Kartoffeln drin, das habe ich gleich erfühlt", freute sie sich.

Cedrick Scheele hat an der nächsten Station der Rallye, der Schmeckarena, eine neue Erfahrung gemacht: "Ich hatte Ziegenkäse und Rosenmarmelade im Mund. So etwas habe ich vorher noch nie geschmeckt", gab der Neunjährige zu.

Was gehört zu einer gesunden ausgewogenen Ernährung? Und: Woher kommen unsere Lebensmittel eigentlich? Das waren zwei der Fragen, um die es am Tag im Obst-Erlebnis-Garten ging.

Um Aspekte des Konsums ging es auch während der sechs Tage auf dem Ferienhof am Klint in der Segeberger Heide. Das Motto der Woche, die von insgesamt 16 Wohnungsbaugenossenschaften gemeinschaftlich gesponsert wird, lautete: "Ich bau ne Stadt für Dich und mich". In den ersten Tagen wurde eine mittelalterliche Stadt gebaut, wobei die Kinder lernten, was das Leben früher und heute ausmacht, wie man ein Haus baut, welche Regeln ein soziales Gefüge braucht und wie früher - vom Mittelalter-Markt bis zum Supermarkt - gekauft wurde.

"Es ist schon klasse zu sehen, wie schnell aus den Kindern unterschiedlicher Genossenschaften eine Gemeinschaft entstanden ist. Und ebenso toll ist es, mit anzusehen, wie die Kinder einen kindgerechten Zugang zu Themen wie Qualität, Nachhaltigkeit und Regionalität finden können", freute sich Sven Auen, Vorsitzender des Marketing-Arbeitskreises der Wohnungsbaugenossenschaften.

Mit diesem Kinderprojekt unterstützt der Marketing arbeitskreis zum zweiten Mal Aktivitäten seiner Mitglieder und will im Bereich "Familie" Akzente setzen. "Ideale Bedingungen für ein lebendiges und aktives Miteinander zu schaffen ist einer der Kerngedanken, die hinter dem Genossenschaftsmodell stehen," erläutert Auen.

Jede Wohnungsbaugenossenschaft hatte Plätze bei dem Feriencamp reserviert und unter ihren Mitgliedern verlost. Die Kosten von 300 Euro pro Kind übernahm die Genossenschaft, Familien zahlten einen Anteil von 60 Euro, sofern ihnen der aus sozialen Gründen nicht erlassen wurde.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen