Arbeitsgericht Lübeck : Ice Bucket Challenge: OP-Leiterin in Ostholstein gefeuert

Eiswürfel sind die Grundlage für die Ice Bucket Challenge.
Eiswürfel sind die Grundlage für die Ice Bucket Challenge.

Ein Eimer Eiswasser, eine Spende - und dann kam die Kündigung. Eine OP-Leiterin einer Klinik kämpft dagegen vor Gericht.

shz.de von
16. Oktober 2014, 10:58 Uhr

Lübeck | Im Spätsommer überschütteten sich Tausende von Menschen mit Eiswasser - und spendeten für die Erforschung der Nervenkrankheit ALS. Einer OP-Leiterin einer Klinik im Kreis Ostholstein kostete ihr Eiswasser-Erlebnis den Job - die Frau wehrt sich mit einer Klage gegen die fristlose Kündigung. Vor dem Arbeitsgericht Lübeck wird der Fall am 27. Oktober verhandelt.

Promis, Politiker und Normalos hatten es vorgemacht: Anfang September ließ sich auch die Krankenhausmitarbeiterin Eiswasser über den Kopf kippen - im OP-Bereich der Klinik. Damit habe sie gegen Hygienevorschriften verstoßen und sei als Führungskraft nicht mehr tragbar, wirft ihr das Krankenhaus vor.

Außerdem stößt sich die Klinik daran, dass die Frau nicht zum Spenden für ALS aufrief, sondern für ein regionales Tierheim. Damit habe sie gar nicht an der Ice Bucket Challenge teilgenommen.

Ein Angebot, als einfache Krankenschwester im Krankenhaus weiterzuarbeiten, lehnte die Frau ab. Ordentlich sei die Arbeitnehmerin nicht mehr kündbar gewesen, teilt das Arbeitsgericht Lübeck weiter mit. Die OP-Leiterin weist in ihrer Kündigungsschutzklage darauf hin, dass Reinigungskräfte mitgemacht und den Operationssaal direkt nach der Aktion endgereinigt hätten. Außerdem habe sie sich über Facebook nur an ihre engsten Freunde gewandt. 

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