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Schulfusion : Hutzfelds Eltern feuern gegen „Faktenverdrehung“

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Vor dem Bürgerentscheid: Heftige Kritik am Argumentationspapier der Malenter Gegner einer Schulfusion

Lange haben sie geschwiegen, um die Diskussionen zur geplanten Fusion mit der Schule an den Auewiesen in Malente nicht unnötig zu befeuern. Nun wollen die Eltern der Heinrich-Harms-Schüler aus Hutzfeld mit ihrer Meinung nicht länger hinter dem Berg halten.

„Egoismus“ und „Lügen“ werfen sie den Initiatoren des Bürgerentscheides vor, in dem am Sonntag, 19. Januar, in Malente über die Schulfusion entschieden wird. Besonders reiben sich die Hutzfelder an einem Argumentationspapier, das den Wahlberechtigten in Malente kurz vor Weihnachten zugestellt wurde.

Neben den Fusionsbefürwortern kommen hier auch die Gegner der geplanten Zusammenlegung zu Wort. Ihre Argumentation würde dabei nicht immer auf Fakten beruhen, sind sich die Hutzfelder Eltern sicher. „Es kann nicht sein, dass Hutzfeld aufgrund solcher Darstellungen vor dem Aus steht“, erklärt Elternsprecherin Manuela Borinski.

An der Erklärung der Vertreter des Bürgerbegehrens kritisiert sie grundlegende Punkte. So werde in diesem die durchschnittliche Klassengröße in Hutzfeld mit nur 15 Schülern angeben. „Sie liegt aber bei 21,5 Schülern“, korrigiert Borinski. Eine mögliche Aufstockung der kleinen Klassen durch Schüler aus Malente sei daher nicht zu befürchten.

Weiter heißt es in dem Papier, dass die Einrichtung einer Busverbindung zwischen den 16 Kilometer entfernten Schulstandorten für die Gemeinde Malente schnell zur Kostenfalle werden könnte. Von „mehr als 250 000 Euro“ ist die Rede. Aus der Luft gegriffen findet Borinski diese Zahl: „Ich weiß nicht, wie man auf so eine Summe kommen kann. Das war in keiner Sitzung ein Thema.“

Zwar könne sie die Ängste der Malenter grundsätzlich verstehen, man habe jedoch von Seiten der Gemeinde Bosau in dem gesamten Fusionsprozess signalisiert, dass es für jedes Problem eine Lösung gebe. „Die Schulstandorte und die Planstellen bleiben separat bestehen“, sagt sie.

Ähnlich sieht es Kerstin Schwien. Die Schlammersdorferin hat zwei Kinder, die jeden Morgen zwanzig Minuten mit dem Bus zur Heinrich-Harms-Schule fahren. Würde diese nach der gescheiterten Fusion schließen, müssten beide entweder an eine Schule im Kreis Segeberg oder in Eutin wechseln. Der Bus würde dann bereits um kurz nach 6 Uhr losfahren, statt wie bisher um 7.12 Uhr.

„Am Ende sind alleine die Kinder die Leidtragenden. Sie sind in Hutzfeld integriert und gehen hier in den Sportverein“, sagt Schwien. Die Eltern fürchten gar, dass eine Schulschließung langfristig die gesamte Gemeinde bedrohen könnte. Wer würde dann noch in die Gemeinde Bosau ziehen, fragen sie.

 

 


 

 

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erstellt am 13.Jan.2014 | 00:33 Uhr

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