Hutzfeld-Prozess: Revision zurückgewiesen

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26. Juni 2018, 16:00 Uhr

Der Prozess um den Überfall auf den Hutzfelder Edeka-Markt am 19. Oktober 2015 ist jetzt vollständig abgeschlossen: Nachdem die Verteidiger der beiden Angeklagten Igor T. und Vladimir K. im November vergangenen Jahres Revision gegen das Urteil der III. Großen Strafkammer vom 1. November 2017 eingelegt hatten, hat der Bundesgerichtshof in Karlsruhe jetzt dieses Ansinnen zurückgewiesen. Das bestätigte gestern Dr. Stephan Bahlmann, Vorsitzender Richter und Pressesprecher des Lübecker Landgerichts, auf OHA-Nachfrage.

Die beiden 28-jährigen, aus dem Kosovo stammenden Angeklagten, waren jeweils zu fast sechs Jahren Haft verurteilt worden – Vladimir K. erhielt fünf Jahre und neun Monate, Igor T. fünf Jahre und acht Monate Haft wegen besonders schweren Raubes.

Die Karlsruher Richter hatten auf Antrag der beiden Verteidiger die Entscheidung des Lübecker Landgerichts überprüft – wie die Urteile aller Instanzgerichte „grundsätzlich nur auf Rechtsfehler“, sagte Bahlmann. Weder im Prozess um den Überfall auf den Hutzfelder Edeka-Markt noch im Urteil selbst sei es zu Fehlern gekommen. Die Revision ist damit verworfen, die Urteile aus dem vergangenen November rechtskräftig. Igor T. und Vladimir K. bleiben damit weiterhin in Haft.

Der Prozess hatte Wellen geschlagen – trotz oder gerade wegen der geringen Beute von lediglich 73 Euro. Unzählige Zeugen, eine Reihe von Gutachtern und das Platzen des Prozesses aufgrund der Erkrankung einer der Richter hatten die ursprünglich anberaumten fünf Prozesstage in die Länge gezogen (wir berichteten).

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