Plön : Hundeplatz wird zum „heißen Eisen“

Sind gegen den geplanten Hundeplatz: (von links) Elisabeth Zastrow, Julia Meyer, Stefan Pack und Frank Evers, die für die zwölf Besitzer von Häusern in der Bürgermeister-Kinder-Straße sprechen.
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Sind gegen den geplanten Hundeplatz: (von links) Elisabeth Zastrow, Julia Meyer, Stefan Pack und Frank Evers, die für die zwölf Besitzer von Häusern in der Bürgermeister-Kinder-Straße sprechen.

Ausschuss für Gesellschaftliche Angelegenheiten hat das Thema auf Tagesordnung, der Bürgermeister verweist auf einen einstimmig beschlossenen Etat.

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13. Februar 2018, 12:39 Uhr

Nein, gegen Hunde haben die Bewohner der Bürgermeister-Kinder-Straße in Plön überhaupt nichts. Was sie allerdings stört, das sind die Pläne von Bürgermeister Lars Winter, die Wiese am Trentsee hinter dem idyllischen Wohngebiet zu einem Hundeauslaufplatz zu machen. Sie fürchten durch die Konzentration der vielleicht 500 Plöner Hunde auf dieses kleine Fleckchen Erde nicht nur Lärm, sondern auch Beeinträchtigungen für die Natur.

Das Thema ist nicht neu. Bereits 2005 wurden dem damaligen Bürgermeister 500 Unterschriften von Menschen vorgelegt, die Hundeplätze in Plön forderten. Es waren bereits Plätze am Trammer See, die Liegewiese Fegetasche sowie Pachtflächen der Kreisjägerschaft abgelehnt worden. Für einen Hundeplatz am „Bolzplatz“ Oevelgönne gab es Proteste der Anwohner. Hundehalter hatten für ein Jahr im Ölmühlenwald eine Fläche der Stadt gepachtet und dort selbst einen Hundeplatz eingerichtet. Auch hier führten Klagen der Anwohner zum Ende des Hundeplatzes.

Weitere Flächen am Schmalredder und einer Koppel am Schöhsee wurden von der UNB abgelehnt. Das Land lehnte eine Fläche an der Nachtkoppel an der B 430 ab. Wenig sinnvoll war ein Hundeauslaufplatz an der Liegewiese am Trammer See oder der Apfelwiese im Schlossgebiet. Auch in Stadtheide, am Suhrer See oder am Madebrökensee sprachen schon damals Gründe des Natur- und Wasserschutzes gegen einen Hundeplatz.

Und jetzt begehren die Bewohner der Bürgermeister-Kinder-Straße auf, weil offenbar am 15. März in einer Sitzung des Ausschusses für Gesellschaftliche Angelegenheiten eine Entscheidung zu ihren Ungunsten getroffen werden soll. Julia Meyer, Elisabeth Zastrow, Stefan Pack und Frank Evers sprechen mit dem OHA für alle Bewohner der zwölf Häuser der Bürgermeister-Kinder-Straße. So soll hinter ihren Grundstücken, hinter dem Sportplatz des TSV Plön und der Schule am Schiffsthal direkt am Trentsee ein Hundeauslaufplatz entstehen. „Uns scheint die Fläche dort viel zu klein und ungeeignet für eine intensive Nutzung für alle 500 gemeldeten Hunde in Plön zu sein“, schreiben die Anwohner in einem Brief an Bürgermeister Lars Winter und den Ausschussvorsitzenden Jens-Uwe Seligmann (CDU). Die Fläche sei lediglich fußläufig erreichbar und biete nicht genug öffentliche Parkplätze für die Hundefreunde. Es gebe aber auch Sicherheitsgründe für die benachbarten Schüler und Sportler.

Für Elisabeth Zastrow scheint auch der Vogel- und Naturschutz am Trentsee noch nicht ausreichend geprüft worden zu sein. „Hier fliegen Eisvögel, Reiher, Teichrohrsänger, Seeschwalben oder Austernfischer“, sagt sie und sieht Gefahren für brütende Vögel durch tobende Hunde.

Anwohner Julia Meyer und Stefan Pack können mit der aktuellen Situation leben. Sie sind nicht gegen Spaziergänge von Hundebesitzern, am Trentsee aber gegen eine Konzentration der Plöner Hundebesitzer im sogenannten Trentseepark. „Der Raum ist dafür auch viel zu klein“, meint Julia Meyer.

Gemeinsam mit Frank Evers empfehlen Meyer, Zastrow und Pack die Gründung eines Hundevereins in Plön, der dann für Unterhaltung und Pflege des Hundeübungsplatzes verantwortlich ist. Deshalb könnte vielleicht am Behler Weg ein neuer Hundeauslaufplatz geschaffen werden. Dort gebe es auch genügend Parkmöglichkeiten.

Ulrike Czyrnia aus Plön, die mit ihrem vierjährigen Großpudel durch den Trentseepark spazieren geht, versteht die Aufregung der Bewohner nicht. „Es gibt doch sogar eine App mit Freilaufflächen für Hunde“, empfiehlt sie mit Blick auf Dänemark, wo es sogar bis zu 15 Hektar große Hundewälder gibt. „Wo sollen wir mit unseren Hunden denn sonst ausgehen“, fragt sie.

Sie selbst würde sogar ein Stück Land von der Stadt pachten wollen, um dort mit anderen Hundehaltern einen Auslaufplatz für Hunde zu errichten. „Natürlich habe ich Verständnis für Menschen in Wohngebieten“, sagt Ulrike Czyrnia dem OHA, zieht aber auch einen Vergleich zu Kinderspielplätzen, wo Lärm erzeugt wird: „Sollen die denn auch außerhalb von der Stadt verlagert werden?“ Es sei ebenso gut, wenn Hunde miteinander spielten. Diese Erfahrung habe sie schon im Hundewald Scharbeutz gemacht. Ulrike Czyrnia hat das Gefühl, dass sie im Trentseepark mit ihrem Hund nicht gern gesehen sei.

Frank Evers wird deutlich: „Bürgermeister Lars Winter entscheidet hier von oben herab und ohne von den Gremien der Stadt dazu veranlasst worden zu sein.“ Ein Zaun um den geplanten Hundeplatz am Trentseepark würde um die 10 000 Euro kosten. Evers: „Das ist weggeworfenes Geld.“ Der Ratsherr der FWG-Plön blickt in den Behler Weg. Dort könnte neben den Verkehrsbetrieben Kreis Plön ein Hundeplatz entstehen. Die Infrastruktur sei dort auch viel besser. So sei in der Bürgermeister-Kinder-Straße die Parkplatzsituation für die Hundehalter längst nicht geklärt. Frank Evers und die Anwohner der Bürgermeister-Kinder-Straße würden die Gründung eines Hundevereins in Plön begrüßen, wo die Hundehalter auch selbst Verantwortung für einen Hundeplatz übernehmen können.

„Es gibt immer Menschen, die gegen etwas sind“, sagte Plöns Bürgermeister Lars Winter gestern in einem OHA-Telefonat. Im gewissen Sinne könne er das auch nachvollziehen. Winter weist darauf hin, dass der Ausschuss für Gesellschaftliche Angelegenheiten der Plöner Ratsversammlung auch gar keinen Beschluss fassen soll: „Der Ausschuss wird nur über das Thema diskutieren.“ Es gebe nämlich gar keinen Beschluss zu fassen, weil bereits Haushaltsmittel von 9000 Euro in den Plöner Etat eingestellt wurden. Und der sei einstimmig beschlossen worden. Das Geld ist für einen Zaun bestimmt, so Lars Winter.

„Wenn wir auf jeden Kritiker hören, dann ist vieles in Plön nicht möglich“, so Winter im OHA-Gespräch weiter. Jeder Plöner müsse nun mal seinen Teil dazu beitragen, dass Entwicklungen möglich seien.

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