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Ostholsteiner Anzeiger

23. August 2017 | 10:49 Uhr

Humorvoll trotz Krebs

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

RSH-Moderator Carsten Köthe sprach bei „Ameos MittenDrin“ über seinen Umgang mit der Krankheit

Knapp 100 Zuhörer waren gekommen, um sich einem ernsten Thema zu stellen: Krebs – Leben nach der Diagnose. Wie man mit der Erkrankung umgeht, wie man seine Ängste in den Griff bekommt, und dass die Diagnose nicht immer gleich das Ende bedeuten muss. Darüber sprachen der an Krebs erkrankte RSH-Moderator Carsten Köthe, die ebenfalls krebskranke Cornelia Litz, Psychologe Götz Biel, Schmerztherapeutin Anette Schmitz und Onkologe Dr. Jan Marxsen mit Moderatorin Christiane Harthun-Kollbaum bei der Veranstaltung „Ameos MittenDrin“.

Humorvoll wie aus dem Radio bekannt, erlebten die Zuhörer Carsten Köthe, der gerade die fünfte Einheit einer sechsmonatigen Chemotherapie hinter sich gebracht hatte. Sichtlich angeschlagen erzählte der RSH-Moderator von seinem Kampf mit dem Krebs und dem Alltag mit seiner Frau. Miriam Köthe war 2008 an Krebs erkrankt und erlitt 2013 einen Rückfall. Trotzdem, so machten beide deutlich, sei das für sie kein Grund, mit dem Schicksal zu hadern oder den Kopf hängen zu lassen. „Wir schaffen das gemeinsam“, lautet ihre Devise. „Und wir sprechen darüber, um anderen Betroffenen Mut zu machen“, erläuterten sie die Beweggründe, ihre Erkrankung öffentlich zu machen.

Für Cornelia Litz, die vor vier Jahren die Diagnose „Brustkrebs“ bekam, steht ebenfalls das positive Denken im Vordergrund. „Niemand sollte sich bei der Diagnose aufgeben. Jeder sollte daran glauben, es zu schaffen“, appellierte die ehemalige Lehrerin an die Gäste. Dass der Glaube sprichwörtlich Berge versetzen kann, hat die Frau aus Cismar Anfang des Jahres bewiesen. Sie wanderte auf den Kilimandscharo und erfüllte sich damit einen langjährigen Traum.

Träume leben, Wünsche erfüllen und glückliche Momente suchen, nach dieser Devise sollte jeder Mensch leben, machten der Psychologe Götz Biel und die Vorsitzende des Hospizvereins ‚Beistand am Lebensende‘, Anette Schmitz, deutlich. „Krebskranke sollten nicht mit ihrem Schicksal hadern, sondern das Beste daraus machen. Man darf nie nach dem ‚Warum‘ fragen, daran zerbricht man“, sagten die beiden Fachleute. Entscheidend sei, dass jeder einzelne „leben lerne“, nur dann könnten schwierige Situationen gemeistert werden. Und: „Man muss immer einen Plan B in der Tasche haben“, betonte Anette Schmitz. „Denn es kommt im Leben nie so, wie man es geplant hat.“

Dass neben der positiven Einstellung, trotz der schweren Erkrankung, auch eine gute medizinische Versorgung notwendig ist, machte Onkologe Dr. Jan Marxsen deutlich. Vorsorgeuntersuchungen seien dabei sehr wichtig, unterstrich der Mediziner. Sie würden zwar keine Erkrankung verhindern, aber zumindest eine frühzeitige Behandlung ermöglichen. „Das erhöht die Heilungschancen in vielen Fällen.“

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erstellt am 22.Mai.2014 | 11:35 Uhr

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