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Ostholsteiner Anzeiger

17. Oktober 2017 | 09:55 Uhr

Humor am Sterbebett?

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Die Hospizinitiative Eutin behandelte an einem Dialogabend ein scheinbar widersprüchliches Thema

von
erstellt am 22.Nov.2014 | 14:44 Uhr

Es klingt widersprüchlich: „Humor am Sterbebett“. Kein leichtes Thema, das sich die Hospizinitiative Eutin für ihr jüngstes Hospizgespräch in der Kreisbibliothek in der Kreisbibliothek ausgesucht hatte. Es wurde trotzdem bei vollem Haus ein Abend, an dem viel gelacht wurde – und deutlich wurde, dass Sterben ebenso zum Leben gehört wie Lachen.

Anders als bei den üblichen Vortragsabenden wurde das Thema in Form eines Dialoges behandelt, den Brigitte Maas, Vorsitzende der Hospizinitiative, und die Hospiz-Clown „Gertrüüüd“ Gertrud Timpen-Turner unter Einbeziehung des Publikums gestalteten. Nachvollziehbar wurde dabei, dass man sich in allen Lebenslagen Humor bewahren sollte – und das wohl auch für das Sterben, das zum Leben gehört, gelten kann.

Die Frage, ob Sterben, das von den Symptomen Angst, Schmerzen und Leiden geprägt sein könne, Humor am Sterbebett vertrage, sei natürlich individuell unterschiedlich zu beantworten. Viele Menschen wünschten sich in ihren letzten Stunden eher eine Stimmung von Entspanntheit, vielleicht auch Heiterkeit statt trauriger Stille. Da könne Humor eine gewisse Erleichterung erzeugen, also auch am Sterbebett seinen Platz haben.

Mehrfach wurde das Publikum von den Brigitte Maas und Gertrud Timpen-Turner gebeten, sich über Fragen zu dem Thema Gedanken zu machen und diese auf Kärtchen zu notieren, die am Ende der Veranstaltung als Denkanstöße mit nach Hause genommen werden konnten.

Brigitte Maas erläuterte physische und auch psychischen Auswirkungen des Lachens auf den Menschen. Und Hospiz-Clown „Getrüüüd“ berichtete über ihre praktischen Erfahrungen bei Sterbenden in Kliniken.

Das Fazit der stellvertretenden Vorsitzenden Annegret Pistol zu diesem Abend: „Abschließend stand die Erkenntnis im Raum, dass Lachen zum Leben gehört, dass Sterben zum Leben gehört. Daher kann der Leitgedanke der Hospizinitiative Eutin – ,Wir können dem Leben nicht mehr Stunden geben, aber den Stunden mehr Leben‘, – für einen individuell zugemessenen Humor am Sterbebett sprechen.“

www.hospizinitiative-eutin.de



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