Eutin : Hülle für Haus des Gastes bei Gartenschau denkbar

Vorbild für Eutin? Ein Beispiel für eine mobile Außengastronomie am See bot die Landesgartenschau in Gießen.
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Vorbild für Eutin? Ein Beispiel für eine mobile Außengastronomie am See bot die Landesgartenschau in Gießen.

Bürgerentscheid Bestandteil der LGS-Planungen. Eutin GmbH plädiert entschieden für den Abriss.

shz.de von
31. Januar 2015, 15:30 Uhr

Der Meinungsstreit über Abriss oder Erhalt des „Haus des Gastes“ erhitzt Eutin. Wie auch immer aber der Bürgerentscheid am 15. Februar ausgeht, die Macher der Landesgartenschau sehen sich gut präpariert. „Wir haben für beide Möglichkeiten Lösungen vorbereitet“, sagte LGS-Geschäftsführer Bernd Rubelt dem OHA gestern.

Für den Fall, dass das „Haus des Gastes“ stehen bleibt, sieht ein „Plan B“ vor, das Gebäude mit Sichtblenden zu verdecken. An der Ausgestaltung wird noch gefeilt, ebenso an den dann notwendigen Alternativ-Standorten für Bühne und Gastronomie. Beides würde sich in Richtung Seepark verlagern müssen, so Rubelt.

Während die LGS GmbH bei dem für 2016 geplanten Gastronomie-Standort an der Stadtbucht betont zweigleisig fährt, gibt es für Per Köster (Foto), Geschäftsführer der Eutin GmbH, nur eine Lösung: „Das Haus sollte so schnell wie möglich abgerissen werden.“ Diese klare Aussage überrascht, da der Tourismus-Experte sonst öffentlich eher dezent formuliert. Sein Plädoyer begründet er einerseits mit der seit über zehn Jahren nur spärlichen Nutzung des Gebäudes, andererseits mit der „Riesenchance“ für Eutin, sich touristisch zu entwickeln. Köster: „In Scharbeutz, Eckernförde, Heiligenhafen, überall ist Bewegung. Stillstand ist irgendwann Rückschritt, das ist in Eutin jetzt der Fall.“

Köster, seit 2003 Chef der Eutin GmbH, erinnerte daran, dass nach dem Umzug der Touristinformation an den Markt zuerst noch die Leuchtfeuer-Gemeinde, dann die Weber-Schule das Haus des Gastes vorübergehend genutzt hätten. Und dann habe es im Sommer eine Außengastronomie gegeben, die dort auch künftig möglich sei– ohne das Gebäude. Kulturveranstaltungen jedoch, die den Abrissgegnern vorschweben, hätten dort kaum stattgefunden. Und dafür sei es auch künftig nicht erforderlich: „Räume dieser Größenordnung gibt es in Eutin ausreichend.“

Was der Stadt aber schon lange fehle, sei ein mittelgroßes Hotel. Dafür sei der Standort dann nicht zu klein, sondern „geradezu ideal“, wenn ein benachbartes Grundstück dazu käme. Köster: „Auch wenn dieses noch nicht in Stadtbesitz ist, darf man sich die Chance nicht entgehen lassen. Südausrichtung, Schlossblick, Innenstadtnähe, Seelage – alles spricht für ein Hotel an diesem attraktiven Standort, vielleicht ja schon gleich nach der Landesgartenschau.“

Wer das für Hirngespinste hält, dem hält Köster dies entgegen: „An der Ostsee ist auch 20 Jahre nicht viel passiert. Aber auf einmal entstehen überall Hotels. Öffentliche Investitionen in die touristische Infrastruktur waren dafür die Vorreiter, diesen Weg geht Eutin doch jetzt auch, und das unterstützt mit hohen Fördermitteln. Wenn wir das jetzt nicht anpacken, wann dann?“

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