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Ostholsteiner Anzeiger

24. September 2017 | 10:44 Uhr

HSH Nordbank – 814 Millionen Verlust

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Politiker warnen: Belastung der Steuerzahler wird immer wahrscheinlicher

von
erstellt am 10.Apr.2014 | 17:48 Uhr

Die HSH Nordbank ist 2013 noch tiefer in die roten Zahlen gerutscht, fuhr einen Konzernverlust von 814 Millionen Euro ein. Vor allem eine deutlich erhöhte Risikovorsorge für notleidende Schifffahrtskredite, stark gestiegene Prämien von gut 900 Millionen Euro für die Garantien der beiden Bundesländer Schleswig-Holstein und Hamburg sowie Rückstellungen für steuerliche Belastungen von 251 Millionen Euro haben das Geschäftsjahr verhagelt.

Folge: Die HSH Nordbank wird vom Jahr 2019 an mindestens 1,6 Milliarden der insgesamt 10 Milliarden Euro an Ländergarantien – Sicherheiten, mit denen Hamburg und Schleswig-Holstein die Bank stützen – in Anspruch nehmen. Bisher war die Bank von 1,3 Milliarden Euro ausgegangen. Trotz des zweitschlechtesten Geschäftsjahres ihrer Geschichte zeigte sich der Vorstandsvorsitzende Constantin von Oesterreich bei Vorlage der Bilanzzahlen optimistisch. „Wir haben die Altlasten erfolgreich im Griff“, erklärte von Oesterreich und kündigte fürs laufende Jahr schwarze Zahlen an: „Wir sind gut ins Jahr 2014 gestartet. Die Bank wird einen soliden Gewinn machen.“

Politiker in Kiel zeigten sich dennoch alarmiert. „Solche Zahlen gehen mir natürlich an die Nieren, auch wenn ich sie erwartet habe. Die HSH Nordbank ist das größte Haushaltsrisiko für Schleswig-Holstein“, sagte Finanzministerin Monika Heinold (Grüne). Umso wichtiger sei es, dass Hamburg und Schleswig-Holstein eine vernünftige Konstruktion hätten, um die Länder auf Verluste vorzubereiten. Gegenwärtig zahle die Bank jährlich 400 Millionen Euro Garantieprämien. „Damit bauen wir ein Polster auf, um Verluste aus der Ländergarantie aufzufangen“, so Heinold.

Scharfe Kritik an der Führungsspitze der HSH Nordbank äußerte FDP-Fraktionschef Wolfgang Kubicki: „Eine Bank, die erklärt, sie mache Fortschritte, zugleich aber einen Konzernverlust von 814 Millionen Euro verkündet, hat jeglichen Bezug zur Realität verloren.“ Aus dem Rettungspaket von 2009 werde ein Riesenverlust für das Land entstehen. Tobias Koch (CDU) forderte die Landesregierung auf, den Landeshaushalt für diese Risiken zu wappnen. Wirtschaft / Kommentar

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