Eutin : Hooligans sind große Last

Der Ministerpräsident im Gespräch mit Hundertschaftsführer Jan Lewering, im Hintergrund Beamte der Einsatzhundertschaft nach einer Vorführung.
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Der Ministerpräsident im Gespräch mit Hundertschaftsführer Jan Lewering, im Hintergrund Beamte der Einsatzhundertschaft nach einer Vorführung.

Polizeibeamte der Eutinerr Polizeidirektion auf Hubertushöhe schildern Ministerpräsidenten Torsten Albig ihre Not mit gewaltbereiten Fußballfans.

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29. Juli 2015, 04:00 Uhr

Ein bekanntes und ein überraschendes Thema warteten gestern auf Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) während seiner Sommerreise auf Hubertushöhe: Der bauliche Sanierungsstau bei der Polizeidirektion für Aus- und Fortbildung und die Bereitschaftspolizei (PDAFB) war ihm bekannt. Unklar war dem Regierungschef offenbar, welche dominante Rolle im Einsatzgeschehen der ganzen Landespolizei, vor allem der 1. Einsatzhundertschaft (1. Ehu), mittlerweile gewaltsuchende Fußballfans spielen.

Nach einem Gespräch Albigs mit Beamten ohne Gäste zeigte die 1. Ehu dem Ministerpräsidenten einen Einsatz gegen sogenannte Hooligans unter Verwendung eines Wasserwerfers. „Am besten ist es, den körperlichen Kontakt zwischen Beamten und Randalierern zu vermeiden. Dabei kann ein Wasserwerfer als Distanzmittel helfen und auch deeskalierend wirken“, sagte Jan-Hendrik Lewering. Der Polizeioberrat leitet die rund 150 Personen starken 1. Ehu.

Lewering und Kollegen formulierten den Wunsch, dass die Polizei nicht mehr an jedem Fußball-Spieltag zum „Spielzeug von Hooligans“ gemacht werde: „Für die ist das ein Spiel, für uns geht fast jedes Wochenende drauf,“ sagte ein Beamter.

Gut 30 Prozent aller Ehu-Einsätze stünden in Verbindung mit Fußballspielen: „Am zweiten Augustwochenende gibt es allein in Schleswig-Holstein fünf Begegnungen. Über 300 Beamte der 1. Ehu und aus den Dienststellen des Landes werden an zwei Tagen im Einsatz sein sein“, rechnete Lewering vor. Leidtragende seien Angehörige und Kollegen, die im Einzeldienst einspringen müssten. Die Eutiner Ehu fährt nicht nur im ganzen Land herum, sondern unterstützt auch Kollegen in Bremen und Rostock – und bei manchen Spielkonstellationen auch in Hamburg.

Zugführer Peter Thein sagt, es sei nicht mehr nachvollziehbar, dass eine Minderheit von schätzungsweise 200 Personen in Schleswig-Holstein einen solchen Aufwand provoziere. Der Hauptkommissar empfiehlt einen Blick nach England: „Da sind die Vereine aktiv geworden. Keine billigen Stehplätze mehr, kaum noch Probleme.“

Über das Thema Hooligans habe man intensiv gesprochen, sagte Albig als Fazit zum Besuch, von Journalisten darum gebeten. Er habe den Wunsch an die Politik registriert, das Problem stärker anzugehen. Zweiter Teil seines Fazits: „Tolle Dienststelle, tolle Menschen hier.“

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