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Ostholsteiner Anzeiger

21. August 2017 | 12:41 Uhr

Honig-Proben noch nicht ausgewertet

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Münchner Uni braucht noch Zeit / Imker wehren sich gegen an BUND und Nabu

Langwieriger als erhofft gestaltet sich die Untersuchung von Honigproben, die dieses Jahr von über 400 Bienenvölkern in Ostholstein genommen wurden. Ermittelt werden soll der Gehalt der vor allem aus den Blüten des Jakobskreuzkrautes stammenden giftigen Pyrrolizidin-Alalkaloide (PA): Wegen Verzögerungen bei der Justierung eines Massenspektrometers gebe es noch keine Ergebnisse, berichtet Rainer Korten. Der Imker aus Zarnekau ist Sprecher der „Interessengemeinschaft Jakobskreuzkraut – Naturschutz ohne Verlierer“ (IG JKK) und war dieser Tage zusammen mit dem Eutiner Imker Oliver Morris und der Eutiner Tierärztin Dr. Angela Schulenburg im Institut für Lebensmittelsicherheit der Münchner Universität. Dort will der angehende Tierarzt Matthias Zimmermann im Zug einer Doktorarbeit den PA-Gehalt im Honig ermitteln. Zur Finanzierung hat die IG Spenden gesammelt, bislang 6300 Euro.

Ungeachtet der ausstehenden Ergebnisse ist Rainer Korten angesichts alter Untersuchungen sicher, dass Sommerhonig hochgradig mit PA belastet sein kann. Trotzdem habe der schleswig-holsteinische Naturschutzbund (Nabu) im September mit einem offenen Brief an Umweltminister Robert Habeck ein Ende der Bekämpfungsmaßnahmen gegen Jakobskreuzkraut gefordert.

Im Magazin des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) werde behauptet, dass von Imkern der IG JKK absichtlich „extrem belasteter, gesundheitsgefährdender Honig produziert und beprobt“ worden sei, „um Schwung in die Diskussion zu bringen“. Rainer Korten: „Der Realitätsverlust der Autoren gipfelte dann in der Aussage, die Imker ,befördern‘ mit den Honigbienen ,die Bestäubung und Ausbreitung von JKK‘“.

Zugleich werde behauptet, dass bei der Leber von Rindern, die auf Wiesen mit viel JKK standen, keine Schädigung festgestellt worden sei. Korten: „Der BUND sagt aber nicht, dass es in Deutschland keine amtliche Methode zum spezifischen Nachweis von PA in Muskelfleisch und Organen von Tieren gibt.“ Es gebe auch keine Institution in Deutschland, die derartige Analysen vornehme, was das Bundesinstitut für Risikobewertung bestätige.

Tatsächlich sei die Leber geschlachteter Rinder nur optisch bewertet worden, das sage nichts über eine PA-Belastung. An der Entwicklung einer Analysemethode von PA im Muskelfleisch und Organen von Tieren arbeite die IG eng mit der Münchner Universität zusammen.

Korten weiter: „Die vom Nabu und BUND geforderte Sachlichkeit und mehr Augenmaß in der Debatte über das Jakobskreuzkraut lassen die Umweltverbände schon lange nicht mehr erkennen. Sie wollen ohne Rücksicht mit der Brechstange ihre Ziele umsetzen und beanspruchen für sich das Alleinstellungsmerkmal für den Naturschutz.“

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erstellt am 19.Okt.2015 | 15:11 Uhr

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