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Ostholsteiner Anzeiger

18. Oktober 2017 | 22:32 Uhr

Holsteinische Schweiz ohne Schönwalde?

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

von
erstellt am 06.Nov.2014 | 11:45 Uhr

Was bringt der Gemeinde Schönwalde die Mitgliedschaft in der Tourismuszentrale Holsteinische Schweiz (TZHS) für die jährlich 12 000 Euro Zweckverbandsbeitrag gezahlt werden und kann man für diese Summe effektiver für Schönwalde werben? Diese Fragen wurden diese Woche im Sozialausschuss der Bungsberggemeinde diskutiert. Wie schon im Sommer ohne greifbares Ergebnis.

Bislang hatten die Kommunalpolitiker alle touristischen Belange dem Fremdenverkehrsverein übertragen und diesem dafür einen Zuschuss gezahlt. Seitdem dieser seine Auflösung betreibt ist es wieder Thema der Gemeinde. Auf der Sitzung berichtete Annegret Lindner (SPD) aus dem im September eingerichteten Arbeitskreis dem auch Torsten Appel (CDU) und die Ausschussvorsitzende Alexandra Schnoor (CDU) angehören.

Neues hat der Ausschuss seither nicht ans Tageslicht gebracht. Kontakte mit den Vermietern stehen noch aus. So drehte sich die Diskussion erneut um die Frage, ob die Leistungen der TZHS ausreichend sind. Deutlich wurde, wie sprachlos man in Richtung der Tourismuszentrale ist. Schnoor beklagte eine Einladung zur Beiratssitzung des Zweckverbandes am Tag der Ausschusssitzung, die sie mit nur 24 Stunden Vorlauf erreicht hatte. Appel legte den Finger in die Wunde: „Wir haben zur Zeit niemanden, der den Kontakt nach Eutin hält.“ Dies sei bereits von Per Köster, der mit der Tourist-Info Eutin für das Buchungssystem und den Internetauftritt der TZHS verantwortlich zeichnet, bemängelt worden.

Eine Idee, wer diese Aufgabe übernehmen könnte hatte keiner. Die Ausschussvorsitzende berichtet indes, dass einige der Vermieter die Forderung aufgestellt hätten die Gemeinde solle die bestehende Internetseite des Fremdenverkehrsvereins übernehmen und betreiben. Dort präsentieren sich derzeit noch die wenigen Vermieter von Fremdenzimmern und Ferienwohnungen in den Dörfern der Gemeinde. Eine Leistung die auch die Tourismuszentale anbietet, bislang aber nur von einem Bruchteil der Vermieter angenommen wird. Alexandra Schnoor, selbst Vermieterin in Mönchneversdorf, nannte aus ihrer Sicht einen Grund dafür: „Ferien auf dem Bauernhof wird auf der Seite der Tourismuszentrale nicht beworben.“ Insgesamt werde Schönwalde nach ihrer Einschätzung zu stiefmütterlich behandelt. Man läge eben nur am Rand der Holsteinischen Schweiz und käme auch in den Broschüren wie dem Gastroführer gar nicht vor.

Appel störte sich an der Trefferquote der Seite der Tourismuszentrale bei der Internetsuche. Wer nach Schönwalde suche, käme nur auf Umwegen zur TZHS, während der Fremdenverkehrsverein unter den ersten Treffern zu finden sei. „Wir müssen uns selbst als Bungsbergregion vermarkten“, forderte Hans-Peter Lindner (SPD). Ihm seien 12 000 Euro für so wenig Präsenz im Netz zu schade. Eine Idee, wie diese Selbstvermarktung erfolgen könne hatte jedoch keiner. Vielmehr wurde darüber diskutiert, ob eine Zimmervermittlung zu den rechtlichen Grundlagen gehört, nach denen die Gemeinde eine Fremdenverkehrsabgabe erheben darf.

Bis zur Sitzung der Gemeindevertretung im Dezember soll nun zunächst ermittelt werden, wie die Interessenlage bei den Vermietern ist. Weitere Themen zur Entwicklung Schönwaldes als touristischer Anziehungspunkt wurden an dem Abend nicht behandelt.

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