Tierheim Uhlenkrog in Kiel : Holstein Kiel: „Störche“ zeigen Herz für Wildvögel

Tierfreunde von Holstein Kiel: Dominik Schmidt, Manuel Schäffler, Niklas Jakusch, Heim-Tierarzt Dr. Julius Andresen, Marlon Krause und Tim Siedschlag (v.l.). entließen Möwen in die neue Wildvogel-Voliere.
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Tierfreunde von Holstein Kiel: Dominik Schmidt, Manuel Schäffler, Niklas Jakusch, Heim-Tierarzt Dr. Julius Andresen, Marlon Krause und Tim Siedschlag (v.l.). entließen Möwen in die neue Wildvogel-Voliere.

Kicker des Drittligisten Holstein Kiel unterstützen die neue Voliere im Tierheim Uhlenkrog. Jetzt gibt es mehr Platz für kranke Möwen & Co.

shz.de von
20. Juli 2015, 07:50 Uhr

Kiel | Es war nur ein kurzer Moment. Und mit Fußball hatte er wirklich nichts zu tun. Doch er hat ihnen sichtlich Freude bereitet: Fünf Kicker des Drittligisten Holstein Kiel durften gestern einige Möwen in die neue Wildvogel-Voliere des Tierheims Uhlenkrog entlassen. Heim-Tierarzt und Vorstandsmitglied Julius Andresen zeigte den Fußballern, wie sie die Türen der Transportboxen öffnen konnten. Ganz vorsichtig. Eine nach der anderen Möwe hüpfte hinaus, mal mehr, mal weniger neugierig, und testete das Wasserbecken. Sie werden von Pflegern aufgepäppelt und ausgewildert, bis sie zurück in die Freiheit entlassen werden können. „Das dauert je nach Verletzung von acht Tagen bis zu mehreren Wochen“, sagte Tierarzt Andresen.

Drei der Möwen hatte die Feuerwehr erst gestern auf dem Gelände der Uniklinik eingesammelt und vorbeigebracht. Etwa 100 sind es im Jahr. Oft sind sie jung, haben gebrochene Flügel. Weil immer mehr Wildtiere, darunter Feldhasen, Wildkaninchen, Eichhörnchen und verschiedene Jungvögel, im Kieler Tierheim unterkommen müssen, war ein Anbau nötig. Der entstand seit April in Eigenleistung, inklusive dickem Fundament und festem Drahtgewebe gegen Ratten. Im Jahr werden rund 800 wilde Tiere in Uhlenkrog aufgenommen.

Das Tierheim erhält jedoch für deren Unterbringung keine Gelder, anders als bei Fundtieren. Die Versorgung übernimmt der Tierschutzverein in Eigenregie. Daher waren Drittmittel nötig. Die Bingo Umweltlotterie spendierte 8600 Euro. Für die übrigen rund 5000 Euro für die weitere Innenausstattung der Voliere mit Sitzstangen und Begrünung ist die Einrichtung auf Spenden angewiesen. Holstein Kiel wollte gestern bei einem Festtag dabei helfen Spendengelder einzusammeln. Geschäftsführer Wolfgang Schwenke erklärte, warum der Verein sich engagiert: „Wir bekommen ja auch eine ganze Menge aus der Gesellschaft und sind ein Teil von Kiel. Gerade ein Tierheim steht nicht so in der Öffentlichkeit“, so Schwenke und lobte: „Es ist toll, was hier gemacht wird.“

Den Vorstand des Tierschutzvereins, Hartmut Winkelmann, und den Fußballverein verbindet eine lange Freundschaft. „Alle Freunde des Tierheims drücken Holstein die Daumen für die neue Saison“, wünschte Winkelmann dem Drittligisten Erfolg.

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