Holocaust-Gedenktag am Gymnasium Schloss Plön

Die Neuntklässlerinnen Marieke Will (von links), Janne Pape, Jessica Hoffmann, Zoe Leitgeb, Sarah Ridder und Nele Behrens lasen Passagen aus Wolfgang Rams Buch „Feuermal“ vor.
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Die Neuntklässlerinnen Marieke Will (von links), Janne Pape, Jessica Hoffmann, Zoe Leitgeb, Sarah Ridder und Nele Behrens lasen Passagen aus Wolfgang Rams Buch „Feuermal“ vor.

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26. Januar 2018, 13:44 Uhr

Gegen das Vergessen: Am Gymnasium Schloss Plön gedenken Schüler, Lehrer und Gäste alljährlich zum 27. Januar der Opfer des Holocaust. Gestern erzählte dort der Kieler Kinderarzt und Buchautor Wolfgang Ram von Schicksal und Verfolgung seiner Familie während der NS-Zeit und beantwortete Fragen von 200 Neuntklässlern von Gymnasium und Gemeinschaftsschule.

Marieke Will, Janne Pape, Jessica Hoffmann, Zoe Leitgeb, Sarah Ridder und Nele Behrens lasen Passagen aus Rams Buch „Feuermal – Die Verschwundenen“ und zwei vom Lehrer Rainer Paasch-Beeck ausgesuchte Gedichte von Selma Meerbaum-Eisinger (1924 bis 1942) vor. Ram (65) hat jüdische Wurzeln, viele seiner Vorfahren überlebten den Holocaust nicht.

Sein nach Frankreich emigrierter Großonkel, dort verraten und verhaftet wegen „Rassenschande“, weil er eine „arische“ Freundin hatte, kam als 25-Jähriger ins KZ Buchenwald und blieb dort bis zur Befreiung 1945. „Wieviele Juden gab es in einem KZ?“, „Finden Sie es richtig, dass Kriegsverbrecher heute noch verhaftet werden?“, „Unter welchem Glauben/ Konfession wurden Sie geboren?“, „Gab es Unterschiede innerhalb des Lagers?“, „Was passierte mit der Bevölkerung, die sich für die Juden eingesetzt hat?“: Obwohl die Schüler das Thema erst im Geschichtsunterricht in der 10. Klasse bekommen, waren sie gut vorbereitet und aufrichtig interessiert. „Es kommen immer gute Fragen“, fasste Ram zusammen. Drei- bis viermal im Jahr erzählt er vor Publikum die Geschichte seiner Familie und setzt so das Erbe des Großonkels fort.

„Ich fand's krass, es hat mich sehr berührt“, gab Zoe zu. „Ich habe gemerkt, dass es ihm nahe geht“, meinte Nele, „es ist sehr schön, dass darüber geredet wird und es nicht in Vergessenheit gerät.“ Janne hat beeindruckt, dass Wolfgang Ram so offen über seine Familiengeschichte redet. Sie glaubt, dass nach dieser Veranstaltung mehr Jugendliche ihre Verwandten fragen werden, was damals geschehen ist. Sie habe gewusst, dass der Holocaust stattgefunden hat, erklärte Sarah. Im Geschichtsunterricht sei das Thema bisher noch nicht behandelt worden. Am Schluss lobte Rainer Paasch-Beeck die Zuhörer, weil sie so gut mitgemacht haben.

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