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Ostholsteiner Anzeiger

19. Oktober 2017 | 21:05 Uhr

Hohe Auszeichnung für den Lebensretter

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

In der MUS wurde erstmals das Ehrenkreuz für hervorragende Einzeltaten verliehen

von
erstellt am 26.Aug.2015 | 12:17 Uhr

Die Marineunteroffizierschule Plön ist mächtig stolz auf den Stabsunteroffizier Andre Brokmann aus Schmalensee. Der 34-Jährige hat im April eine Mutter und ihre Tochter in Willingrade bei Neumünster aus einem brennenden Haus gerettet. „Zum ersten Mal in der Geschichte der MUS wurde einem Soldaten das Ehrenkreuz der Bundeswehr in Gold für herausragende Leistungen insbesondere hervorragende Einzeltaten verliehen“, teilte gestern die MUS in Plön mit.

MUS-Kommandeur Kapitän zur See Matthias Kähler empfing den 34-jährigen Stabsunteroffizier, der sich derzeit am Ende seiner Dienstzeit in der Berufsförderung befindet. Mit dem Ehrenkreuz werden besonders herausragende Leistungen unter Gefahr für Leib und Leben, insbesondere hervorragende Einzeltaten honoriert.

Kähler übergab dem Stabsunteroffizier in einem feierlichen Akt die Auszeichnung und erinnerte noch einmal an die selbstlose Hilfe. Am 11. April, einem Sonnabend, fuhr Andre Brokmann in den frühen Morgenstunden zu seinem Dienst. Gegen 6.45 Uhr kam er durch Willingrade, einem Ortsteil von Groß Kummerfeld. Als er den dichten Qualm sah, hielt er sofort an. Da standen Johanna Mielke und ihre Tochter Lucia (8) bereits verzweifelt am Fenster im ersten Stock. Sie waren gerade erst durch das Gebell ihrer Hunde geweckt worden, doch dichter Rauch versperrte ihnen den Fluchtweg über die Treppe. Andre Brokmann zögerte nicht: Als das Mädchen sprang, fing er es
sicher auf. Die Schülerin blieb unverletzt. Ihre Mutter rutschte ab und fiel unglücklich, verletzte sich aber nur leicht.

Anschließend versuchte der Stabsunteroffizier sogar noch, die Labrador-Hündin, die die Bewohner durch ihr Gebell gewarnt hatte, sowie den kleinen Welpen zu retten. Doch der Qualm versperrte ihm den Weg. Die Tiere starben in dem Rauch.

„Durch sein schnelles und beherztes Eingreifen hat Stabsunteroffizier Brokmann eine Frau und ein kleines Mädchen gerettet. Initiative und Entschlusskraft unter Inkaufnahme der eigenen Gefährdung, aber dabei beispielgebender Eigensicherung, kennzeichnen diese mutige Handlung“, lobte Matthias Kähler. Die Frau und das kleine Mädchen hätten ihre weitestgehend körperliche Unversehrtheit und die Rettung aus Todesgefahr dem mutigen Handeln von Stabsunteroffizier Brokmann zu verdanken.

Der Retter zeigte sich bescheiden: „Das hätte doch wohl jeder getan“, sagte der Vater eines fünfjährigen Sohnes schon einen Tag nach dem Unglück. Mit einem Tritt habe er die Haustür eingetreten. Schwarzer Qualm habe ihm den Weg zu Mutter und Tochter versperrt. Dann mussten Mutter und Tochter in seine Arme springen.  


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