zur Navigation springen
Ostholsteiner Anzeiger

18. Dezember 2017 | 20:05 Uhr

Eutin : Hoffnungsschimmer für das Stadtfest

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Bürgermeister Carsten Behnk hat Ideen zum abgesagten Stadtfest vorgestellt – und sich gegen Vorwürfe des bisherigen Organisators Helge Nickel gewehrt.

shz.de von
erstellt am 28.Feb.2017 | 17:52 Uhr

Es besteht noch Hoffnung für das Stadtfest mit Großflohmarkt in Eutin: Sechs Interessenten haben Interesse bekundet, die Veranstaltung fortzuführen, sagte Bürgermeister Carsten Behnk gestern. Generell sei es aber an der Zeit für eine Frischzellenkur. Es habe viel Kritik am Stadtfest gegeben, das vor 33 Ausgaben in einem anderen Format – mit einer Vielzahl privater Stände und Feuerwerk – gestartet war. „Ich könnte mir vorstellen, dort nicht mehr anzuknüpfen“, sagte Behnk. Die Landesgartenschau habe gezeigt, dass man in Eutin unterschiedliche Veranstaltungen darstellen könne. Ein Seeparkfest, eine Veranstaltung auf dem Bauhofareal gemeinsam mit den Festspielen und die Fortführung der Show-Küche im Schlossgarten seien zwar für 2017 geplant, jedoch nicht geeignet, „den Großflohmarkt zu ersetzen“, so Behnk. Deshalb setzt die Stadt nun auf die neuen Ausrichter und ihre Ideen für ein Stadtfest – das die Stadt nicht mehr bezuschussen möchte. Im Gegenteil: Behnk hofft, dass zukünftig dadurch Geld in die Stadtkasse fließen könnte. „Wir bieten schließlich schon die Stadt als Plattform“, so Behnk. Fundraising – die Beschaffung von Geld-, Dienst- oder Sachleistungen – sei eine andere Idee, das vor zwei Wochen abgesagte Stadtfest wieder zu beleben, so Behnk.

Der bisherige Stadtfest-Organisator Helge Nickel hatte am 13. Februar die Veranstaltung für dieses Jahr abgesagt und in Aussicht gestellt, seine Firma „Kreativ und konkret“ abwickeln zu müssen (wir berichteten). Nickel war über die Auflagen der Stadt, damit verbundene Mehrkosten und die mangelnde Kommunikation mit der Verwaltung seit Ende des letzten Festes verärgert.

Bürgermeister Behnk zeigte sich gestern „sehr erschüttert über die Art und Weise der Kommunikation“. Nickel hatte Behnk die Hauptschuld am Ende des Stadtfestes gegeben, hatte in einem Radio-Interview den Bürgermeister als „dämlich oder Autist“ bezeichnet. „Man darf von einem professionellen Veranstalter ein professionelles Auftreten erwarten“, sagte Behnk, der die Absage des Stadtfestes ungeachtet der gefallenen Worte „sehr schade fand“. In die Diskussion um das Stadtfest „sind Emotionen reingekommen, wo keine Emotionen reingehören“, so Behnk.

Ende vergangenen Jahres hatte die Stadt einen Orientierungsrahmen für Veranstaltungen im Stadtgebiet herausgegeben. Dieser ist zuvor mit Polizei, Feuerwehr und dem Kreis abgestimmt worden. Darin ging es auch um die von Nickel kritisierten höheren Sicherheitsauflagen wie zusätzliche Ordner, zertifizierte Wachleute und Barrieren an den Zugängen. Inzwischen seien Anschlagsdrohungen in die Betrachtungen der Polizei eingeflossen, so Behnk. „Wir sind aber nicht in Berlin, man muss die Kirche im Dorf lassen“, so der Bürgermeister, „aber man muss auf geänderte Lebenssituationen Rücksicht nehmen.“ Die Sicherheitsauflagen würden deshalb je nach Art und Ort der Veranstaltung abgestimmt. Die seien für eine Geflügel-Züchter-Schau in einer Turnhalle anders als bei einem Stadtfest. „Die Stadt ist haftbar, wenn doch etwas passiert“, so Behnk.

Insofern stellt Behnk fest: Die Nickel gestellten Auflagen seien kein Übermaß, sondern „sind verhältnismäßig gewesen“, sagte der Verwaltungschef. Die Auflagen fußen auf Ordnungsrecht. „Wir haben das auszuführen“, so Behnk. Nickel wiederum sei Forderungen der Stadt wie der Angabe von kalkulierten Besucherzahlen nicht nachgekommen.

Alle Brücken zwischen Nickel und der Stadt scheinen indes jedoch nicht abgebrochen: In Sachen Stadtfest mit Großflohmarkt „würde ich ihm Kredit gewähren, wenn er dafür eine Zukunft sieht“, sagte Behnk. Nickel wäre dann der siebte Bewerber um die Ausrichtung eines Eutiner Stadtfestes in neuer Gestalt.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen