EUTIN : Hoffnung auf neue Förderung

Bei einem Rundgang wurden die Schäden am Schloss begutachtet. Fotos: steenbeck
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Bei einem Rundgang wurden die Schäden am Schloss begutachtet. Fotos: steenbeck

SPD-Bundespolitiker informieren sich über Denkmalschutz im Eutiner Schloss. Dessen Wunsch: 400 000 Euro aus Bundesmitteln.

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24. Oktober 2018, 06:30 Uhr

36 Millionen Euro stehen aktuell im Denkmalschutzsonderprogramm des Bundes bereit. Am 8. November wird der Haushaltsausschuss des Bundestags darüber entscheiden, welche Institutionen davon profitieren. In Ostholstein hofft unter anderem das Schloss Eutin auf eine Finanzspritze. Der Wunsch: Die Sanierung des historischen Bauwerks soll mit 400 000 Euro aus Bundesmitteln unterstützt werden. Denn mit rund 800 000 Euro schlagen die Arbeiten an Außenfassade, Dach und Fenstern insgesamt zu Buche.

Doppelter Hoffnungsschimmer: Bereits 2013 hatte es 300 000 Euro aus dem Schlossgarten aus dem Förderprogramm gegeben. Und als ein „gutes Omen für die Förderentscheidungen des Haushaltsausschusses“ sah Ostholsteins SPD-Bundestagsabgeordnete Bettina Hagedorn gestern ihren Besuch. Denn ihr Engagement – und das von ihrer Mitstreiterin Petra Merkel, die von 2002 bis 2013 Vorsitzende des Haushaltsausschusses im Bundestag und ehemals zuständig für Kulturförderung war – habe bereits „Tradition“. Denn für Hagedorn und Merkel ist es nicht der erste Besuch im Schloss: Bereits 2011 und 2013 informierten sich die beiden Politikerinnen über den Stand der Instandsetzungsmaßnahmen rund ums Schloss – so auch gestern.

Architekt Torsten Ewers verdeutlichte bei einem Rundgang den Handlungsbedarf: Die Fassade im Innenhof sei zuletzt 2006 gestrichen worden, sämtliche 640 Fensterläden würden „nach Farbe schreien“ und lange Risse im Mauerwerk von aufgeschobenen Sanierungen künden.

„Es geht um Substanzerhaltung“, umschrieb Landeskonservator Dr. Michael Paarmann das Ausmaß der anstehenden Arbeiten.

Das Schloss könne die Sanierung aber nicht alleine stemmen, so Brigitta Hermann, Geschäftsführerin der Stiftung Schloss Eutin. „Die Außenwahrnehmung ist, dass das Schloss in Geld schwimmt“, sagte Hermann. Doch im Gegenteil. Die Eutiner Institution sei „unterfinanziert im laufenden Betrieb“.

Paarmann sprach sich dafür aus, dem Schloss einen jährlichen Bauunterhaltungsetat für die kontinuierlichen Arbeiten bereitzustellen – damit ein Sanierungsstau wie aktuell verhindert werde. „Das muss aber das Land gewährleisten“, gab Hagedorn zu bedenken.

Sorgen bereite dem Schloss laut Hermann noch die Co-Finanzierung. Denn ob der Bund tatsächlich 50 Prozent der Kosten schultert und das Land den Rest übernimmt, ist noch fraglich. Ewers dachte gestern schon mal positiv: „Das Geld ist bereits da – nur noch nicht hier.“

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