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Kreis Ostholstein : Höhere Buskosten lassen Eutin kalt

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Der Kreis Ostholstein fordert von der Stadt Eutin mehr Geld für den öffentlichen Busverkehr. Doch die Stadtvertreter sehen keinen Grund zu zahlen.

shz.de von
erstellt am 05.Sep.2013 | 04:00 Uhr

Auf die Hinterbeine stellen sich die Eutiner Stadtvertreter vorerst beim Versuch des Kreises Ostholstein, rückwirkend ab 2010 jährlich 3,25 Prozent mehr Geld für den öffentlichen Busverkehr zu erhalten. Zwar vertagten sie im Hauptausschuss eine Beschlussfassung, doch in der Aussprache machten die Fraktionen unisono deutlich, dass die Nachforderung des Kreises unerfüllbar sei.

Für zwei Verkehrsleistungen verlangt der Kreis von der Stadt höhere Zahlungen: Für die Beförderung von Schülern zum Unterricht in Eutin sind bisher jährlich 125 000 Euro vereinbart. Mündlich abgesprochen ist außerdem, dass der Stadtbusverkehr mit jährlich 116 000 Euro subventioniert wird. Mit diesen Festbeträgen aber kommt der Kreis zur Begleichung der Bus-Rechnungen nicht mehr aus. Er muss nicht nur höhere Kosten für Personal und Diesel, sondern auch nachträglich bestellte Touren vergüten.

Mit Zusatzleistungen aber will man in Eutin nichts zu tun haben. „Wir haben nichts extra bestellt“, sagte Hans-Georg Westphal (SPD). Und reagierte ironisch auf die Ankündigung, dass im Stadtbusverkehr ab Mitte Dezember die Linienfahrten am Wochenende ausgedünnt werden sollen: „Es ist gut, wenn wir sonntags künftig mehr Fahrgäste als Busse haben.“

Vorgesehen ist, dass Sonnabends ab 14 Uhr und sonntags ganztägig Linienfahrten in Eutin nur noch im zweistündigen Abstand erfolgen – und das auch nur, wenn ein Interessent die Tour rechtzeitig telefonisch ordert. Anruf-Linien-Fahrten heißt dieses Angebot im Verkehrsdeutsch, abgekürzt ALFA.

Der Kreis begründet diese Umstellung mit den vielen Leerfahrten der Busse am Wochenende. „Dass sonntags im Stadtverkehr nichts läuft, wussten doch alle“, sieht Eike Diller (Grüne) keinen Grund, dem Kreis mehr Geld zu überweisen. Eher sei zu fragen, ob aufgrund der geplanten Streichungen im Stadtbusverkehr nicht sogar weniger zu zahlen sei, wurde im Ausschuss überlegt.

Elgin Lohse (CDU) warnte vor Festlegungen, bevor die Sachlage umfassend geklärt sei: „Wir sollten nicht blindlings hier in ein juristisches Messer laufen.“ Der Vertagung stimmten alle zu; die Stadtverwaltung hat die Aufgabe, das Thema von allen Seiten zu beleuchten.

 

 

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