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Eutin: Thema ist die Sicherheitspolitik : Hochrangige Besucher im Bataillon

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Mitglieder des Unternehmensverbandes Nord und Vertreter der Bundeswehr trafen sich in Eutin zum Austausch über Sicherheitspolitik

Hochrangige Vertreter des Wirtschaftslebens aus Norddeutschland waren gestern beim Eutiner Aufklärungsbataillon 6 zu Gast. Nach gut einjähriger Pause wurde eine 1993 gegründete Reihe von Sicherheitspolitischen Informationsveranstaltungen wieder aufgenommen, die im jährlichen Wechsel vom Unternehmensverband Nord und Einrichtungen der Bundeswehr organisiert worden war.

40 Mitglieder des Unternehmensverbandes mit dem Vizepräsidenten Prof. Dr. Hans-Heinrich Driftmann
an der Spitze und knapp
30 Offiziere verschiedener
Bundeswehreinrichtungen aus dem Landeskommando Schleswig-Holstein nahmen an der gut vierstündigen Tagung in der Eutiner Rettberg-Kaserne teil. Sie begann mit einer Vortragsreihe im Casino, bevor die Teilnehmer im Bataillon die Einsatzmöglichkeiten der Aufklärer sahen und mit Soldaten sprachen.

Hans-Heinrich Driftmann erinnerte an die Gründung der Gesprächsreihe, die kurz nach der deutschen Vereinigung und im Eindruck grundlegender Umwälzungen der Bundeswehr entstanden sei. Es sei damals klar gewesen, dass diese Reformen grundlegende Auswirkungen auf die Wirtschaft haben würden und deshalb ein steter Kontakt mit der Bundeswehr sinnvoll erschien.

Der Eutiner Kommandeur Oberstleutnant Georg-Wilhelm Prinz zu Waldeck schilderte den Gästen, dass moderne militärische Aufklärung mit Spähfahrzeugen, Drohnen und in Gesprächen erfolge. Das Bataillon habe viel Auslandserfahrung, sei fünf Mal in Afghanistan, jeweils drei Mal im Kosovo und in Bosnien gewesen.

Nun sei es eine Herausforderung, den Soldaten klarzumachen, dass diese Auslandseinsätze vorbei seien. Er hoffe, das sich das nicht auf die Attraktivität des Bataillons bei der Nachwuchsgewinnung auswirke. Nachwuchsgewinnung für die Bundeswehr insgesamt beleuchtete Oberst Hauke Hauschildt vom Bundeswehr-Karrierecenter Hannover. Er begegnete der weitläufig verbreiteten Meinung, die Armee finde kaum geeignete Bewerber. Tatsächlich gebe es viele „tolle, junge, leistungsbereite Menschen“. Allerdings seien die Erwartungen an den Arbeitgeber oft zu hoch: Erstaunlich viele wollten Feldjäger oder Fallschirmjäger werden, aber möglichst keinen Wochenenddienst haben und in Ortsnähe bleiben. Schwierig könne es auch sein, die Forderung nach Vereinbarkeit von Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen, wenn man zum Beispiel ein halbes Jahr an Bord eines Schiffes im Mittelmeer dienen solle.

Die bisherige Nachwuchswerbung sei auch gar nicht so schlecht wie gelegentlich verbreitet werde: 2013 habe die Truppe den Wunsch nach fast 14 000 freiwillig Dienstleistenden geäußert, das Ministerium habe 5000 Stellen vorgegeben, 8643 Bewerber seien eingestellt worden. Nach besserer Beratung im Vorlauf sei auch die Rate der Abbrecher auf geschätzt 20 bis 22 Prozent gesunken. Das sei auch nicht bundeswehrtypisch, sondern eine Erfahrung, die auch Wirtschaftsunternehmen mit ihrem Berufsnachwuchs machten. Bei Soldaten auf Zeit stehe einer Vorgabe von 12 700 ein Ergebnis von 11 187 Bewerbern gegenüber.

In einem weiteren Referat stellte Kapitän zur See, Frank Lenski, das Konzept der neu geschaffenen Streitkräftebasis vor.

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erstellt am 08.Mai.2014 | 16:54 Uhr

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