Hochkamp soll attraktiver werden

Das gesamte Gebiet um den Hochkamp (rote Linie) soll energetisch verbessert werden.
Das gesamte Gebiet um den Hochkamp (rote Linie) soll energetisch verbessert werden.

Stadtwerke und Stadt starten Pilotprojekt zur energetischen Quartiersentwicklung / Sanierungsmanager gesucht / Infoveranstaltung geplant

shz.de von
10. Juli 2015, 10:16 Uhr

Wie kann der Hochkamp als stadtnahes Wohngebiet noch attraktiver und gleichzeitig etwas für den Klimaschutz getan werden? Marc Mißling, Geschäftsführer der Stadtwerke Eutin (SWE) beantwortete die Frage Donnerstagabend im Stadt- und Entwicklungsausschuss mit dem Pilotprojekt „Energetische Quartiersentwicklung am Hochkamp“. Mißling: „Jeder redet über Klimaschutz und demografischen Wandel, wir wollen gemeinsam mit der Stadt Eutin handeln.“

Was bedeutet das konkret? „Wir wollen uns den Energieverbrauch der Gebäude anschauen, die Eigentümer vor Ort individuell beraten, welche Maßnahmen energetisch und wirtschaftlich sinnvoll wären, um so langfristig den Energiebedarf und die CO2- Emissionen zu senken“, erklärte Michael Jahn vom Unternehmen PWC aus Frankfurt, das ebenso wie die Ingenieursgesellschaft Gertec aus Essen bei der Konzeptentwicklung am Hochkamp beteiligt sind.

37 Prozent der CO2-Emissionen kommen laut Jahn von Gebäuden. Jahn: „Der Anteil der Neubauten ist verhältnismäßig gering, deshalb müssen wir im Bestand anfangen.“ Als erstes erfolge eine Bestandsaufnahme: Wo wird Energie verbraucht und wie ist die Bilanz? Danach entwickeln die Ingenieure mögliche Szenarien, wie die Energiebilanz verbessert werden kann. Jahn: „Alle sprechen immer davon, das Haus einmal komplett in Wärmedämmung einzupacken. Doch das muss nicht für jeden richtig sein. Manchmal kann es schon reichen, die Keller-
und Dachgeschossdecke dicht zu machen und man liegt nur bei 20 Prozent der Kosten.“

Aus den verschiedenen Szenarien werden konkrete Maßnahmen entwickelt, wie die energetische Sanierung erfolgen kann. Neben der Gebäudesanierung, die – das wurde mehrfach betont – nur auf freiwilliger Basis erfolgen kann, ist auch der Ausbau der Nah- und Fernwärme ein möglicher Faktor, der zur Verbesserung der Energiebilanz beitragen kann. Immer unter dem Fokus: „Es muss wirtschaftlich sinnvoll und umsetzbar sein.“

Die Anwohner wurden bereits zur Infoveranstaltung nächsten Donnerstag, 16. Juli, eingeladen, wie Mißling mitteilte.

Wie wird das Projekt finanziert? Wie bei anderen energetischen Stadtsanierungen im Land auch fördert die KfW sowie die Investitionsbank Schleswig-Holstein das Konzept zur Quartiersentwicklung am Hochkamp. Die Kosten belaufen sich laut Stadtwerke-Sprecherin auf 100  000 Euro, wovon der Eigenanteil von 15 Prozent von den SWE übernommen werde.

Nach der Konzeptentwicklung, für die bisher rund ein dreiviertel Jahr eingeplant ist, soll ein Sanierungsmanager für zwei Jahre eingestellt werden, der sich mit der individuellen Umsetzung und Beratung beschäftigt. Die Stellenausschreibung ist seit dieser Woche im Internet zu finden. Wo dieser angestellt sein wird und wie dessen Kosten übernommen werden, muss laut SWE-Sprecherin noch geklärt werden.

Bauamtsleiter Bernd Rubelt ist zuversichtlich, dass die Bereitschaft der Anwohner, den Hochkamp weiterzuentwickeln, groß ist: „Anders als vielleicht in anderen Städten haben wir hier eine sehr große Eigentümernutzung und Eigentümern ist in der Regel daran gelegen, den Wert ihrer Immobilie zu erhalten, zu steigern oder energetisch weiterzuentwickeln. Mit diesem Konzept schreiben wir unsere Ziele des Isek fort.“

Schon 2012 wurde im Intergrierten Stadtentwicklungskonzept (Isek) das
Reduzieren der CO2-Emissionen, die Steigerung der Energieeffizienz und die Wertestabilisierung der Immobilien festgelegt. Jahn: „Wir versuchen mit dem Projekt Stadtziele auf das Quartier zu übertragen und bestenfalls von dort aus eine Strahlkraft über den Kreis hinaus zu haben.“

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