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Ostholsteiner Anzeiger

19. Oktober 2017 | 00:18 Uhr

Hoch hinaus auf Bruhnskoppel

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Planer präsentieren Idee für Baumhaushotel / Es wäre das erste in Schleswig-Holstein / Investitionsvolumen bis zu zehn Millionen Euro

shz.de von
erstellt am 10.Feb.2017 | 12:44 Uhr

Wenn es um die Zukunft des ehemaligen Hotels Bruhnskoppel bei Krummsee geht, haben die Dorfbewohner seit dem Ende des Hotelbetriebs 2010 schon so manche Enttäuschung und Kapriole erlebt. Nun hat die „Krummsee Projektierung GmbH“, die ihren Sitz mittlerweile in Brodersby (Kreis Schleswig-Flensburg) hat und sich seit 2011 mit dem Gelände befasst, im Malenter Planungsausschuss neue Pläne für das knapp 58  000 Quadratmeter große Grundstück vorgestellt.

Die Grundstückseigentümer wollen diesmal im wahrsten Sinne des Wortes hoch hinaus. Kea Wassermann von der Projektierungsgesellschaft und der Bremer Architekt Andreas Wenning (Büro Baumraum) präsentierten Pläne für ein Baumhaushotel, das in Schleswig-Holstein einzigartig wäre. Bis zu 35 Baumhäuser für zwei bis sechs Personen in teils luftiger Höhe kann sich Wenning auf dem Gelände vorstellen. „Wir sind der Überzeugung, dass das Grundstück mit der traumhaften Natur ideal für das Projekt wäre“, erklärte Kea Wassermann. Man wolle mit dem Projekt den Zeitgeist aufgreifen und ein neues Walderlebnis schaffen. Kerngedanke sei, einen Ort der völligen Entspannung in märchenhafter Atmosphäre zu schaffen.

Andreas Wenning, der sich auf den Bau von Baumhäusern spezialisiert hat, präsentierte dem Ausschuss eine Fülle unterschiedlichster Baumhaus-Entwürfe. Er habe bereits mehrere Projekte verwirklicht, darunter in Berlin, Bad Zwischenahn, aber auch Österreich, Amerika und Argentinien.

Das Investitionsvolumen bezifferte der Architekt auf Nachfrage auf fünf bis zehn Millionen Euro. Dafür sollen architektonisch anspruchsvolle Häuser mit skulpturalen Formen entstehen, die durchaus Komfort bieten, über Küche und Bad verfügen, sich durch große Fenster und gute Dämmung auszeichnen und selbst mit Terrassen und einem Kamin ausgestattet und auch noch barrierefrei sein können. Die planerische Vorarbeit könne in einem bis anderthalb Jahren geleistet werden, erklärte Wenning. „Wenn alles gut läuft, ist in zwei Jahren Baubeginn.“ Investoren seien vorhanden, versicherte Kea Wassermann: „Die können loslegen.“ Sie würden aber nicht die Rolle des Betreibers übernehmen.

Vorgesehen sind im ersten Entwurf neben Häusern auf Stelzen oder in Baumkronen sieben bis neun Hanghäuser an der Zufahrt zum ehemaligen Hotelgebäude und fünf bis sieben Häuser direkt am Ufer des Krummsees. Zwar sei der Quadratmeterpreis für den Bau hoch, räumte Wenning ein, doch es könnten auch hohe Mieteinnahmen erzielt werden. Der Architekt sprach von 150 bis 400 Euro pro Übernachtung.

Das Projekt ziele auf eine zahlungskräftige Klientel, die umweltbewusst und sozialkritisch, aber auch konsumfreudig eingestellt sei, erläuterte Kea Wassermann. „Ökologisch nachhaltiger Urlaub kann zum Markenzeichen für die Gemeinde Malente werden“, warb sie und sprach von einem Alleinstellungsmerkmal, mit dem Malente punkten könnte. Zur Zielgruppe zählten Familien mit Kindern, Paare und Abenteuerlustige.

Die Hotelruinen auf dem Gelände sollen verschwinden. In diesem Bereich vorgesehen sind ein Rezeptions- und Verwaltungsgebäude, ein Restaurant mit Terrasse und Lounge sowie Bistro und Snackbar. Weitere Ideen sind ein einheimischer Obst- und Gemüsehof sowie Schwitzhütten und ein Kreativhaus, in dem etwa Kochkurse angeboten werden könnten.

Die Reaktionen im Ausschuss fielen positiv aus: „Ich finde die Idee gut“, sagte CDU-Gemeindevertreterin Gudrun Förster, die selbst in Krummsee wohnt. Auch David Kardell (Grüne) äußerte sich zustimmend: „Das wäre auf jeden Fall eine Bereicherung für Malente.“

Feiert Bruhnskoppel nun mit dem Baumhausprojekt eine Auferstehung aus Ruinen? Bislang hatten die Grundstückseigentümer vor allem für Negativschlagzeilen gesorgt. Bereits vor Jahren präsentierte Pläne für ein Landhaushotel wurden nie verwirklicht. Stattdessen wurde 2012 alles verscherbelt, was nicht niet- und nagelfest war. Zurück blieben ausgeschlachtete Hotelruinen. Anfang 2014 sorgte die rechtswidrige Abholzung Dutzender Bäume für Empörung. Wenige Monate später wurde die Liegenschaft für 1,2 Millionen Euro zum Verkauf angeboten. Ein Käufer hat sich ganz offensichtlich nicht gefunden. Architekt Wenning versicherte, das Gelände befinde sich seit sechs Jahren im Besitz seiner Auftraggeber.

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