Hitzewelle: Die Kieler drehten alle Wasserhähne auf

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07. Juli 2015, 14:42 Uhr

Da können die neunmalklugen Meteorologen nun sagen, was sie wollen: Nicht der Sonnabend mit seinen Rekordwerten am Thermometer, sondern bereits der vergangene Donnerstag war der heißeste Tag – jedenfalls gefühlt. Denn an diesem Tag verzeichneten die Stadtwerke die größte Wasserabgabe im laufenden Jahr. Genau 67  113 Kubikmeter des kühlenden Nasses flossen durch die Rohre. Das ist ein sattes Viertel als am gleichen Tag des Vorjahres, als ein Verbrauch von 53  455 Kubikmetern gemessen wurde.

Und überhaupt ist schon jetzt der Sommer 2015 wärmer und dursttreibender als im Vorjahr. Der Rekord 2014 datiert vom 17. Juni und verzeichnet 59  599 Kubikmeter – weit entfernt vom Verbrauch am 2. Juli 2015. Zum Vergleich: Die Rekordmenge von gut 67  000 Kubikmetern Wasser entspricht dem Jahresverbrauch von1700 Haushalten und würde ausreichen für 350  000 Badewannenfüllungen. Anders ausgedrückt: Jeder Kieler hätte ein Vollbad nehmen können, und es wäre immer noch genügend Wasser für eine abendliche ausgiebige Dusche vorhanden.

Die Stadtwerke betreiben insgesamt vier Wasserwerke in Raisdorf/Schwentinental, Schulensee, Pries und in der Wik. Hier wird das von 38 Brunnen aus Tiefen bis zu 240 Meter geförderte Rohwasser mit einem Härtegrad zwischen 13 und 19 aufbereitet. „Die große Tiefe und die Abdeckung durch eine Ton-Mergel-Schicht sorgen dafür, dass das Grundwasser sicher vor Verunreinigungen geschützt ist. Das heißt, das Kieler Wasser ist anthropogen vollkommen unbelastet, also frei von jeder menschlichen Einflussnahme“, lobt Pressesprecher Sönke Schuster das Produkt seines Unternehmens. „Unser Trinkwasser ist klar, von gutem Geschmack und bakteriologisch einwandfrei.“

Insgesamt haben die Stadtwerke im vergangenen 17,25 Millionen Kubikmeter Wasser geliefert. Die gesamte Netzlänge der Leitungen liegt bei knapp 1800 Kilometern. Versorgt werden 82  400 Wohneinheiten.

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