Hitze in der Stadt

Fürs Personal gibt es Wassereis gratis, sagt LMK-Geschäftsführer Thomas Gast.
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Fürs Personal gibt es Wassereis gratis, sagt LMK-Geschäftsführer Thomas Gast.

Bermudas und Kleider sind aus / Sonnenbank geht trotzdem

shz.de von
01. August 2018, 10:20 Uhr

Das Thermometer zeigt um die 30 Grad Celsius, die Sonne sticht und der Schweiß rinnt. Wer kann, trägt wenig Kleidung und zeigt viel Bein. Das merken auch die Händler. Bermudas und Shorts sind Mangelware, Bademoden und -zubehör der Renner, Lüfter schwer zu bekommen – und in den Eiscafés ist noch Platz.

„Poloshirts und kurze Hosen kriege ich nicht mehr“, sagt Tim-Phillip Dreyer, Inhaber von „Piconaja Men“. Der Einzelhändler hat Sommersachen nur noch in geringen Mengen vorrätig. Er habe das Sommersortiment komplett nachgeordert und auch verkauft. Das sei eine Extremsituation, die er in den vergangenen zehn Jahren nicht erlebt habe.

Große Lücken bei dem kurzen Beinkleid gibt es auch im Kaufhaus LMK. „Bermudas sind so gut wie ausverkauft und am Markt kaum noch zu bekommen“, sagt Geschäftsführer Thomas Gast. Was früher aufgrund von Lagerkapazitäten bei Herstellern, Groß- und Einzelhändlern noch möglich gewesen sei, gehe heute nur in sehr geringen Mengen – das Nachordern. Es werde nur noch auf Bestellung produziert. Die Einkäufer kümmerten sich ohnehin schon um die Frühjahrskollektionen. Sehr große Nachfrage gebe es auch bei allem zum Picknicken, Grillen und Campen. Gähnende Leere bei Lüftern und Klimaanlagen, von denen das Kaufhaus ohnehin mehr als üblich bestellte.

Im Sporthaus Redler sind nicht nur Shorts und Bermudas Mangelware, Bademode, Flipflops und Badezubehör wie Schwimmreifen und Beachvolleybälle hat Andreas Kanieß, obwohl inzwischen mehrfach nachbestellt, kaum noch anzubieten. Die Nachfrage sei ungewöhnlich hoch, auch bei den Freizeitschuhen, nach denen besondern Touristen fragten. Bei Kleidern sieht es ähnlich aus. Sie wurden oft verlangt. Alexandra Klemp, Inhaberin von „Piconaja Women“, hätte mehr verkaufen können. Auch bei „Sternolino“ gibt es Lücken. „Ich hatte mehrfach nachbestellt und könnte es wieder tun“, sagt Mitarbeiterin Michaela Hildebrandt. Humorvoll fügt sie hinzu: „Herbstware wird nicht verlangt.“

Mehrere der Händler freuen sich über das ungewöhnlich hohe Urlauberaufkommen. „Wir haben eindeutig mehr Touristen in der Stadt“, sagt Dreyer. Tim Aldrup vom „Tohuus“ sieht es genauso und Eike Stöwe von der Tourist-Info berichtet, dass sehr viel mehr Kurzentschlossene als 2017 nach Unterkünften verlangten.

Hartgesottene hält die Hitze dennoch nicht vom Üblichen ab. So trainieren wie sonst auch im Sommer Menschen bei „Cleverfit“ ihre Fitness, wie Auszubildender Marlon Klenke weiß. Und im Sonnenstudio Top Tan begrüßt Studioleiterin Heike Kricheldorf-Lison den Stammgast Jens-Peter Rosenkranz. „Ich gehe nur abends an den Strand“, sagt der Eutiner. Die Sonnenbank sei zum Wohlfühlen da. Kricheldorf-Lison erklärt, dass vor allem Kunden zu ihr kommen, die im Schichtdienst arbeiteten.

Wer das Schwitzen satt hat, der findet sie aber noch, die angenehmer temperierten Räume. Beispielhaft können die Kreisbibliothek und der Gewölbekeller vom „Bacchus“-Restaurant genannt werden. Ansonsten hat Anke Ehmke-Kasch von der Eutiner Kaffeerösterei, einen Tipp: Espresso-Tonic ist der Renner – zur Not auch ohne Eiswürfel.

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