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Hinter dem 2. Türchen: Ein teures „Hotel“

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

shz.de von
erstellt am 28.Nov.2014 | 22:51 Uhr

Drei baugleiche Zellen sind im Keller der Polizeizentralstation Eutin. Eine eingelassene Klingel, an der sich die Insassen nicht verletzen können und ein „Bett“. Der Boden ist zum Eingang hin abgeschrägt – um die Zellen möglichst einfach und schnell zu reinigen. Denn wer hier landet, hat oftmals nicht mehr alle Bedürfnisse unter Kontrolle. Am häufigsten, so erzählt Polizeichef Dirk Seger, landen hier Menschen, die sogenannten Störer, die einen über den Durst getrunken haben und dann randalieren. Die andere Möglichkeit: Männer, die im Rahmen von häuslicher Gewalt auffallen und die sonst nirgends untergebracht werden können. „Im Vergleich zu anderen Städten, haben wir wirklich selten jemanden drin“, sagt Seger. Etwa einen pro Monat – und dieser eine hat dann die teuerste Übernachtung in Eutin gebucht. Rund 150 Euro kostet das ganze Paket – vom Wachmann angefangen, über die ärztliche Kontrolle zur Hafttauglichkeit bis hin zu Endreinigung. Einfach einsperren und warten, bis sich die Menschen wieder beruhigt haben oder ausgenüchtert sind, geht auch nicht. „Wir müssen ständig aufpassen, dass sich hier keiner verletzt. Auch
regelmäßige ‚Atemkontrolle‘ ist wichtig“, erzählt der Polizist. Über eine Kamera
können die Beamten auch in der Wache das Geschehen in der Zelle verfolgen.

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