Himmlisches Spendenwerk

Seit 2005 wurde die Plöner Johanniskirche aus Spenden und Beiträgen renoviert. Auch die Außenanlagen sind nun fertig.   Fotos: O. Röhlk
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Seit 2005 wurde die Plöner Johanniskirche aus Spenden und Beiträgen renoviert. Auch die Außenanlagen sind nun fertig. Fotos: O. Röhlk

Der Förderverein Johanniskirche in Plön trug in 13 Jahren 250 000 Euro zusammen – zum Wohl des Gotteshauses

shz.de von
16. August 2018, 09:56 Uhr

Was aus Spendenkraft und Ehrenamt entstehen kann, zeigt sich dieser Tage in und rund um die Plöner Johanniskirche. Über 250 000 Euro sammelte der Förderverein Johanniskirche Plön seit 2005 aus Spenden und Mitgliedsbeiträgen, um das Gotteshaus innen und außen zu renovieren. Jetzt sind auch die Wege der Außenanlagen angelegt und das frische Grün ist gesät. „Im kleinen Nebengebäude fehlen nur noch die sanitären Anlagen. Sonst ist alles fertig“, berichtete der Vereinsvorsitzende, Pastor i. R. Friedrich Wackernagel, auf Nachfrage.

Der 130 Mitglieder zählende Verein hält seit wenigen Wochen die Kirche wieder geöffnet, und 30 „Kirchenwächter“ verrichten dort abwechselnd Dienst als Ansprechpartner für Einheimische und Gäste. Dass sich so viele Wächter gefunden haben, ist laut Wackernagel ein Zeichen für das große Interesse der Gemeinde und der Bevölkerung an ihrer Kirche. „Ohne dieses Interesse hätten die Spenden nicht 250 000 Euro betragen können“, ist er sicher.

Einer der Kirchenwächter ist Elisabeth Filoda-Schwartze, die dort jeweils donnerstags Wache hält. Die 72-Jährige kam 2010 aus familiären Gründen aus dem Kreis Cloppenburg nach Plön und habe sich mehr ehrenamtlich engagieren wollen, ohne viel fahren zu müssen. „Dieses hier macht am meisten Spaß, das ist das schönste Ehrenamt hier“, blickt die Inhaberin eines Diploms für Übersetzen und Dolmetschen auf verschiedene ehrenamtliche „Jobs“ zurück: Fünf Jahre Schiedsfrau, die Arbeit im Weltladen, als Prädikantin hielt sie Lesungen in der Nikolaikirche. Über den Weltladen sei der Kontakt entstanden. Niemand müsse als Neubürger allein für sich bleiben, weiß die rührige Kirchenhüterin. „Und man lernt darüber auch andere Leute kennen.“

Zur Einstimmung auf ihre Aufgabe erhielt sie Infomaterial über die 1685 anlässlich der Gründung der Plöner Neustadt von Herzog Johann Adolf für Glaubensflüchtlinge errichtete Johanniskirche. „Die Fachwerkkirche ist nicht typisch für diese Gegend, war aber wohl seiner Frau geschuldet, die aus Hildesheim stammte, und war außerdem eine günstige Bauweise“, erzählt Filoda-Schwartze. Die Leute seien immer sehr angetan von der niedlichen Kirche, fragten eher wenig, reagierten aber begeistert, wenn sie von sich aus erzählte. Zum Beispiel die Geschichte vom Schwarzen Trompeter von Plön. „Das hat doch was“, schmunzelt die Wächterin. Oder vom Kanzelaltar, der bis 1785 in der Mitte stand, dann jedoch der neuen Orgel weichen musste und versetzt wurde. Auch, dass die Sitzbänke ab 1741 gekauft werden mussten, um das Waisenheim im heutigen Kreismuseum zu finanzieren, gehört zu den kleinen Anekdoten wie die Erzählung von den sechs Blakern der Kaiserin für ihre sechs Söhne an den Seitenwänden, heute mit Glühbirnen, früher mit Kerzen bestückt. Im Zuge der Renovierung habe man eine Malerei an einer der Sitzbanktüren freigelegt. Je nach Finanzlage würde man gern auch die übrigen wieder zutage fördern.

Zwischen 15 und 20 Besucher kämen jeweils im Laufe eines Nachmittags, hat Filoda-Schwartze gezählt. Außerdem stehe die Johanniskirche für Hochzeiten, Lesungen und Konzerte zur Verfügung. Geöffnet ist die Plöner Johanniskirche täglich außer montags von 14.30 bis 17.30 Uhr.

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