Hilfe für Senioren bringt innere Freude

Die Ehrenämter bringen ihr Spaß: Elke Malchau in ihrem Arbeitszimmer.
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Die Ehrenämter bringen ihr Spaß: Elke Malchau in ihrem Arbeitszimmer.

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20. Januar 2015, 13:35 Uhr

„Meine Ehrenämter sind für mich Aufgaben, die mir Freude bereiten“, sagt Elke Malchau strahlend. Aus der Idee, den Alltag von älteren Mitbürgern zu verschönern, entwickelten sich sieben Ehrenämter, die die 69-Jährige mit Energie und Einsatz umsetzt. „Ich habe kein Helfersyndrom“, betont Elke Malchau. Es sei vielmehr die Lust, mit Älteren zu arbeiten. „Es kommt so viel Dankbarkeit entgegen, und das ist eine innere Freude“, begründet die gebürtige Berlinerin ihr Engagement.

Das Vorbild für die Seniorenhilfe erlebte Elke Malchau, als ihre Eltern in Darmstadt im Alter Hilfe benötigten: „Wenn ich nicht da war, haben sich die Nachbarn im Haus rührend um meine Eltern gekümmert.“ Und als ihre Mutter 2004 in die Malenter Senioren-Residenz Auetalblick zog, erhielt die Sieversdorferin einen direkten Einblick in die Bedürfnisse der Senioren.

„Dort habe ich gesehen, dass es Menschen gibt, die keine Angehörigen haben, weit weg wohnen oder wenig Zeit haben“, erinnert sich Malchau. Ihre Idee sei es gewesen, „auch ein bisschen zu helfen“. Und so etablierte sie im Seniorenheim Auetalblick Erzählrunden. Heute unterhält sie die Bewohner zwei bis vier Mal im Monat mit Geschichten und Plaudereien. Ein fester Termin ist dort seit zehn Jahren auch ein Schönheitsnachmittag, bei dem die Ehrenamtlerin die weiblichen Bewohner schminkt und für eine fröhliche Stimmung sorgt.

Als Elke Malchau vom Amtsgericht die Betreuung ihrer Mutter übertragen bekam, ließ sie sich bei den vom Kreis Ostholstein angebotenen Schulungen fortbilden. Als Mitglied der „Landesarbeitsgemeinschaft Heimmitwirkung Schleswig-Holstein“ (Interessenvertretung der Berater) und dem angeschlossenen Verbund Plön-Ostholstein besucht die Pensionärin regelmäßig Treffen und Tagungen. 2008 qualifizierte sie sich bei der Akademie am See auf dem Plöner Koppelsberg als Bewohnerfürsprecherin und erwarb Kenntnisse über die Organisation von Heimen, den Umgang mit Demenzerkrankten und Mitarbeiterschulungen.

Bewohnerfürsprecherin ist Elke Malchau in der Seniorenresidenz Godenblick, weil es dort keinen Heimrat gibt. Sie vertritt die Interessen der Bewohner, hält einmal monatlich eine Sprechstunde ab, begrüßt neue Bewohner und ist Ansprechpartnerin für Sorgen, Nöte und Anregungen. „Die Senioren können sich gerne an mich wenden, ich habe Schweigepflicht.“

Im Malenter Seniorenbeirat ist die ehemalige Mitarbeiterin des Post- und Fernmeldewesens seit acht Jahren aktiv und führt diesen seit knapp zwei Wochen als Vorsitzende. Im Kreisseniorenbeirat engagierte sich Elke Malchau vier Jahre und ist jetzt zweite Nachrückerin.

Um Senioren Tipps rund um die Sicherheit geben zu können, ließ sich die Vorsitzende des Seniorenbeirats bei der Kieler Polizeidirektion zur Sicherheitsberaterin für Senioren ausbilden. „Ich möchte gern in Vorträgen aufzeigen, wie Senioren sich und ihr Hab und Gut schützen können“, ist das Ziel von Elke Malchau.

Last, but not least: Nachdem sich der Hausfrauenbund Malente aufgelöst hatte, gründete die leidenschaftliche Akkordeonspielerin 2010 eine Frühstücksrunde, zu der sich die ehemaligen Mitglieder zum Austausch treffen. Immer an Elke Malchaus Seite ist ihr Mann Horst, der sie überall hinfährt und begleitet. „Wir werden alle einmal älter und würden uns dann auch über Menschen freuen, die einem zur Seite stehen“, ist sich Elke Malchau sicher.

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