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Ostholsteiner Anzeiger

16. Dezember 2017 | 12:40 Uhr

Hilfe für die Helfer

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Beim DRK kümmert sich ein Team um Retter, denen Einsätze an die Nieren gehen

von
erstellt am 06.Dez.2013 | 00:34 Uhr

Schwere Verkehrsunfälle, Notfälle mit Kindern oder Ertrinkungsunfälle: Manchmal brauchen Retter bei seelisch belastenden Einsätzen selbst Hilfe: Für diesen Fall hat das Deutsche Rote Kreuz (DRK) in Ostholstein speziell geschulte Fachleute, die in einem Team für Psychosoziale Unterstützung (PSU) bereitstehen. Den knapp 80 Stunden umfassenden Lehrgang für die Aufnahme ins PSU-Team haben jetzt Susanne Schloer-Riedel aus Kasseedorf und Rene Schumann aus Eutin abgeschlossen. In der Ausbildung lernten sie intensiv Gesprächsabläufe, das Erkennen von Stressreaktionen und lernten, wie starker Stress bewältigt werden kann.

„Gerade wenn es um Einsätze mit Freunden oder Bekannten geht, wenn Kinder betroffen sind, wenn man sich hilf- oder machtlos fühlt, können die Gedanken und Emotionen den Retter destabilisieren“, erläutert Markus Wölms als Leiter des PSU-Teams. Das seien ganz natürliche Schutzreaktionen des Körpers, die aber für den Helfer sehr belastend sein könnten. Auf Wunsch betroffener Einsatzkräfte helfe das Team den Einsatz im kollegialen Gespräch aufzuarbeiten, zu ordnen und versuche Stütze zu sein. Wenn nötig, werde weitere fachliche Hilfe vermittelt. „Die Gespräche werden absolut vertraulich und nach einem speziell geübten Ablauf geführt“, sagte Wölms. Die Mitglieder des PSU-Teams hätten sich zur absoluten Verschwiegenheit verpflichtet. Bezeichnet werden sie als „Peers“, was sich aus dem englischen Wort für „gleichrangig“ ableitet. Denn die Peers kommen aus dem gleichen Fachbereich wie die Betroffenen: „Es ist wichtig, dass man hier die gleiche Sprache spricht und die Einsatzabläufe kennt“, erklärt Wölms. Nur so seien Gespräche auf Augenhöhe möglich, könne man Eindrücke nachvollziehen.

Mit den beiden neuen Mitgliedern im PSU-Team verfügt der DRK-Kreisverband Ostholstein jetzt über sechs ehrenamtliche Helfer, die einsatzbereit sind, wenn Ostholsteins Rettungskräfte Hilfe brauchen. Diese Unterstützung könne natürlich auch von Helfern der anderen Hilfsorganisationen angefordert werden, sagte Wölms. „Wir sind sehr froh, dass dem DRK-Kreisverband der Arbeitskreis PSU so wichtig ist, denn diese Ausbildungen sind ziemlich kostspielig“, betonte Wölms. Das Engagement beweise, dass dem DRK in Ostholstein sehr bewusst sei, wie belastend der Dienst in Rettungsdiensten, Altenheimen oder Bereitschaften sein könne und das man seine Fürsorgepflicht hier wahrnehmen wolle.

> Wer an der Arbeit des PSU-Teams mitwirken oder diese etwa durch Spenden fördern will, kann sich unter Telefon 0173/2484680 mit Markus Wölms in Verbindung setzen.

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