Hilfe für 100 Familien in Not

Die Verantwortlichen des Kinderschutzbundes wollen 100 Familien in Not finanziell helfen. ned
Die Verantwortlichen des Kinderschutzbundes wollen 100 Familien in Not finanziell helfen. ned

Deutscher Kinderschutzbund startet Spenden-Kampagne für Teilhabe an Bildungsangeboten

shz.de von
07. Mai 2015, 14:59 Uhr

Die uneingeschränkte Teilhabe an Bildungsangeboten ist für die Entwicklung junger Menschen von herausragender Bedeutung. Bundesländer wie Hamburg verzichten daher auf die Gebührenerhebung für die Unterbringung von Kindern und Jugendlichen in Kindertagesstätten und schulischen Ganztagesbetreuungseinrichtungen. In Schleswig-Holstein hingegen werden die Gebühren, je nach Kommune und Region, unterschiedlich erhoben.

Dass sich finanziell schwächer gestellte Familien diese Beiträge nicht immer leisten können, ist ein nachvollziehbares Resultat. Diesem gesellschaftlichen Problem will der Deutsche Kinderschutzbund Ostholstein (DSKB) nun durch eine Informations- und Spendenkampagne begegnen. Allein in Ostholstein können die Kostenbeiträge für einen Kita-Platz zwischen 150 und 210 Euro pro Monat variieren. Bei 2250 Familien, die durch die sozialen Sicherungsmechanismen unseres Staates abgesichert sind, kann davon ausgegangen werden, „dass zumindest ein Teil dieser nicht am Bildungsangebot teilhaben kann“, sagt Henning Reimann, Geschäftsführer des Deutschen Kinderschutzbundes Ostholstein. „Wir registrieren in unseren 23 Kindertagesstättengruppen und 14 Offenen Ganztagesschulen den Bedarf an finanziellen Unterstützungsmaßnahmen für Familien. Nicht jeder Elternteil kann die erhobenen Kostenbeiträge für die Unterbringung seines Kindes aufbringen.“

In den kommenden Monaten will der DKSB im Rahmen der Informations- und Spenden-Kampagne „100 Familien in Not“ die notwendigen finanziellen Mittel akquirieren, um ein engmaschiges Ergänzungsangebot bereitzustellen. „Das setzt einen Förderbetrag von mindestens 50  000 Euro jährlich voraus“, sagt Martin Liegmann, Geschäftsführer des DKSB.

Als prominente Botschafterin für das Projekt gewann der DKSB die Ostholsteinerin Heikedine Körting-Beurmann, ihres Zeichens Produzentin der weltweit bekannten Hörspielreihe „Die Drei ???“. „Durch die Unterstützung von Körting-Beurmann wollen wir einen möglichst großen Personenkreis in Ostholstein ansprechen“, sagt Liegmann.

Mit der Kampagne soll jedoch nicht nur der finanzielle Rahmen des Projektes gesichert werden. Vielmehr basiere das Konzept auf drei Säulen. „Wir wollen auf den gesellschaftlichen Missstand hinweisen, das Thema Armut in den Köpfen der Bevölkerung verankern und zugleich unbürokratische Hilfe unter Mitwirken der Gesellschaft bereitstellen.“ Denn „auch wenn Eltern mit geringem Einkommen im Rahmen des komplexen Sozialsystems insbesondere kommunale Zuschüsse gewährt werden, so reichen diese oftmals zur Deckung der eigenen Aufwendungen für die Kinderbetreuung nicht aus.“ Der Kinderschutzbund stellt daher bereits seit Jahren die Forderung, Kinderbetreuungsangebote landesweit kostenfrei zur Verfügung zu stellen.

Im Rahmen der Kampagne wird der Kinderschutzbund nun in den kommenden Wochen auf verschiedenen Wochenmärkten im Kreis vertreten sein und dort um Spenden werben. Zugleich bietet sich für Spender auch auf der Internetseite www.kinderschutz bund-oh-helfen.de die Möglichkeit, Informationen zur Hilfestellung zu erhalten.

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