Sieversdorf : Hier macht Lernen Spaß

Joel (7) probiert eine mechanische Waage mit ihren Gewichten aus.
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Joel (7) probiert eine mechanische Waage mit ihren Gewichten aus.

An der Grundschule Sieversdorf gibt es jetzt eine Lernwerkstatt mit 70 Objekten - von der Getreidemühle bis zur alten Schreibmaschine.

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04. März 2011, 12:36 Uhr

Neele und Hannah haben eine neue Welt entdeckt. Die Schülerinnen der ersten Klasse wirbeln die Erdkugel, die sie vor sich haben, herum. Der Globus kann sprechen: Wenn die Siebenjährigen den dazu gehörenden schwarzen Stift an ein bestimmtes Land halten, können sie zahlreiche Informationen abrufen - etwa über die Entfernung von Deutschland nach China, das Klima in Peru oder die Hauptstadt Kanadas.

Der sprechende Globus ist eines von 70 Angeboten der neuen Lernwerkstatt an der Grundschule Sieversdorf. Vor den Augen von Ostholsteins Schulrat Manfred Meyer, Bürgervorsteher Edwin Strehler, Schulleiterin Esther Mißfeldt-Schlieker und des Schulvereinsvorsitzenden Karsten Ochs nahmen die Sieversdorfer Schüler ihre neue Lernwerkstatt gestern in Besitz. Zuvor hatte der sechsjährige Johann als jüngster Schüler das Band zum Eingang durchschnitten.

Für die einzelnen Stationen hatten die derzeit 94 Schüler schon einmal bunte Plakate gemalt. Sie zieren nun die Ecken für Mathe, Technik, Kunst, Lesen oder Heimat- und Sachunterricht, in der neben dem besagten Globus beispielsweise auch die Nachbildung eines menschlichen Skeletts steht. In dem ehemaligen Klassenraum, dem größten der Schule, gibt es auch eine Ecke für lebenspraktische Aufgaben, in der es etwa um Schleifenbinden und Wäscheaufhängen geht.

Ein Jahr lang haben die sieben Lehrerinnen der Schule gemeinsam mit Hausmeister Andreas Ochs an der Einrichtung des Raums gearbeitet. Die Regale, in der die verschiedenen Objekte fein säuberlich einsortiert sind, hat die Gemeinde finanziert. "Für jede Klasse ist ein Tag festgelegt", erläuterte Esther Mißfeldt-Schlieker die Nutzung des Raumes. Besonders gut sei dieser zudem für Vertretungsstunden geeignet. Es sei aber auch geplant, Kinder aus den Kindertagesstätten einzuladen und sie so schon einmal an die Schule heranzuführen.

Schulrat Meyer zeigte sich sehr angetan von dem neuen Angebot, das auch schon an anderen Schulen Einzug erhalten habe. Der Trend gehe dahin, individuelles Lernen zu ermöglichen. "Mit solchen methodischen Möglichkeiten wird das ganz entscheidend unterstützt", lobte Meyer. Durch die Beschäftigung mit den Dingen vor dem Hintergrund klarer Aufgabenstellungen verfestige sich Wissen sehr viel intensiver als beim herkömmlichen Frontalunterricht. "Erfolge werden sich einstellen", sagte Meyer voraus, während die Schüler mit Begeisterung eine Getreidemühle ausprobierten, in der Technik-Ecke an alten Geräten wie einer Lampe herumschraubten oder eine Waage ausprobierten. Einfach nur "cool" fand die siebenjährige Lilli das Gerät, das sie gemeinsam mit Jana (8) und Bjarne (6) ausprobierte: eine alte Adler-Schreibmaschine.

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