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Fielmann übernimmt die Kosten: : Herzöge zurück im Kreishaus

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Drei Wochen wurden die beiden Ölgemälde aus dem Eutiner Saal restauriert / Fielmann übernahm Kosten

shz.de von
erstellt am 03.Dez.2013 | 18:00 Uhr

Immer wieder streifen Reinhard Sagers Blicke die knallgrüne Wand des Eutiner Saals im Kreishaus. „Er hat jetzt wieder seinen vollendeten Glanz zurück“, sagt der Landrat und bedeutet auf die beiden Ölgemälde des Malers Georg Friedrich Adolph Schöner. Seit vielen Jahren sind seine Herzog-Porträts von Peter Friedrich Ludwig und seinem Sohn Paul Friedrich August im Besitz des Kreises Ostholstein. Der Zahn der Zeit hatte jedoch zuletzt stark an ihnen genagt. Die Firnis, also die dünne Schutzschicht unter der Farbe, hatte sich aufgelöst. Es gab Fehlstellen und Beschädigungen der Leinwand, sogar Teile der vergoldeten Rahmen waren herausgebrochen. „Die Gemälde haben im Laufe der Jahre sehr gelitten“, erklärt Sager.

Rettung in letzter Sekunde brachte Unternehmer Günther Fielmann. Er erklärte sich bereit, die Kosten für die aufwendige Sanierung der Porträts zu übernehmen. Drei Wochen verbrachten sie in der Werkstatt des Kieler Restaurators Joachim Rosehr. Seit gestern hängen sie wieder an ihrem angestammten Platz im kleinen Sitzungssaal, in dem Hauptausschuss und Ältestenrat tagen. Fielmanns Kunsthistoriker Jürgen Ostwald beziffert die Kosten für derartige Restaurationsarbeiten auf über 1000 Euro pro Bild. Geld, das der klamme Kreis nun für andere Dinge ausgeben kann.

Auch das Ostholstein-Museum wird schon bald in den Genuss der Kunstförderung von Fielmann kommen. Im Haus von Leiterin Dr. Julia Hümme hängen zwei Gemälde des Enkels und Urenkels von Herzog Peter Friedrich Ludwig. Auch sie bedürfen dringend einer Restaurierung. „Anschließend werden sie einen Platz in unserer Dauerstellung finden“, erklärt Hümme. Seit 2010 zählt das Ostholstein-Museum zu den geförderten Museen des Optikers.

Kunsthistoriker Ostwald geht indes davon aus, dass die Ölgemälde nun für die nächsten 100 Jahre vor Staub und Feuchtigkeit geschützt sind. Die alte Firnis wurde mit venezianisches Terpetin komplett abgelöst und danach neu aufgetragen. Bis auf die Beschädigungen an Leinwand und Rahmen seien die Bilder in einem guten Zustand gewesen, versichert Ostwald. Den Kommunalpolitikern dürften die Herzöge also noch lange über die Schultern blicken.

 

 

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