Kreishandwerkerschaft : "Herzblut" für die Berufsvorbereitung

Zertifizierte Qualität bescheinigt  Inge Appel (Zertpunkt GmbH) Kreishandwerksmeister Ulrich Mietschke.
Zertifizierte Qualität bescheinigt Inge Appel (Zertpunkt GmbH) Kreishandwerksmeister Ulrich Mietschke.

Der Bildungsträger der Kreishandwerkerschaft hat "herausragende Qualität".

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02. Februar 2011, 10:19 Uhr

eutin | Die Kreishandwerkerschaft Ostholstein/Plön engagiert sich dafür, junge Menschen in den Beruf zu bringen - und das "mit herausragender Qualität", wie es Inge Appel gestern formulierte. Deshalb kam die Geschäftsführerin der Zertpunkt GmbH gestern mit einem Zertifikat in das Eutiner Haus des Handwerks.

Die Bescheinigung nahm Kreishandwerksmeister Ulrich Mietschke stellvertretend für die Mitarbeiter des Forums für berufliche Bildung und Qualifizierung (FBQ) entgegen. Der Bildungsträger der Kreishandwerkerschaft bietet Maßnahmen zur beruflichen Qualifizierung und Weiterbildung an, die von der Agentur für Arbeit gefördert werden. Deshalb hat das FBQ Qualitätsstandard eingeführt und sie bereits 2008 von neutraler Stelle zertifizieren lassen.

Jetzt hat der Bildungsträger sein Qualitätsmanagement erneut prüfen lassen. Die gesetzlich vorgeschriebenen Kriterien langfristig zu erfüllen, sei mit Mühe verbunden: "Man kann sich nie bequem zurücklehnen, sondern muss sich Problemen und Veränderungen stellen, um sich ständig zu verbessern", sagte Zertpunkt-Geschäftsführerin Appel.

Zudem müsse sich der Bildungsträger klare Ziele setzen und sich fragen: "Wie viele Teilnehmer habe ich in Arbeit gebracht? Wie zufrieden sind die Teilnehmer?" Rückmeldungen und Anregungen zu berücksichtigen sei wichtig, zudem müsse der Bildungsträger den regionalen und überregionalen Arbeitsmarkt beobachten, der sich ständig verändere: "Die Analyse, wer Mitarbeiter benötigt und welche Anforderungen gestellt werden, ist das K.-o.-Kriterium. Wenn man diesen Punkt nicht erfüllt, kann keine Zertifizierung erfolgen", führte Appel aus.

Und betonte die "gesellschaftlich verantwortliche und wichtige Aufgabe, die das FBQ mit Umschulungen und berufsvorbereitende Maßnahmen übernehme: "Menschen zu schulen, die es nicht so leicht auf dem Arbeitsmarkt haben - dazu gehört Herzblut und Engagement, die kann man nicht formal abfertigen."

Mit gutem Ergebnis, wie Kreishandwerksmeister Mietschke verdeutlichte: "Zirka 80 Prozent der Teilnehmer werden in eine Lehre übernommen - das zeigt, dass das Herzblut nicht ausgetrocknet ist. Das Team ist mit den Anforderungen gewachsen, wir stellen uns dem Markt und vermitteln zwischen den Teilnehmern und Betrieben."

Praktische Beispiele dafür finden sich im Gebäude nebenan: Dort ist die Überbetriebliche Ausbildungsstätte des Baugewerbes, die unter anderem zehnmonatige Berufsvorbereitungen anbietet. Durch Unterricht und Praktika bekommen auch junge Menschen eine Chance, deren Schulabschluss nicht herausragend war. Auch Sascha Paustian (19) aus Neukirchen (bei Oldenburg) hat praktisch überzeugt und macht inzwischen eine Lehre zum Hochbaufacharbeiter - und blickt angesichts des drohenden Fachkräftemangels in eine vielversprechende Zukunft.

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