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Ostholsteiner Anzeiger

23. Oktober 2017 | 14:36 Uhr

Heizwasser ersetzt den Dampf

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Die Umrüstung des Fernwärmenetzes soll Ende 2017 abgeschlossen werden / Aktuell sind Baustellen am Exer und am Arndtplatz eingerichtet

shz.de von
erstellt am 15.Mär.2016 | 18:10 Uhr

Stück für Stück stellen die Stadtwerke Kiel ihr Fernwärmenetz von Dampf auf Heizwasser um. Bereits seit 2002 läuft diese aufwendige technische Umrüstung, in diesem Jahr sind der Bereich am Exerzierplatz und der Arndtplatz am Schreventeich an der Reihe. Bis Oktober stecken die Stadtwerke schätzungsweise 3,9 Millionen Euro in den Tiefbau. Abgeschlossen werden soll das Großprojekt im Herbst 2017, dann ist das gut 370 Kilometer lange Heizwassernetz nach 15-jähriger Bautätigkeit komplett. „Das ist eine gute Nachricht für die Umwelt“, erklärte gestern Stadtwerke-Sprecher Sönke Schuster.

Er sieht im Heizwasser ökologische Vorteile gegenüber der Dampfversorgung, die mit 180 Grad betrieben wird. Das Heizwasser kommt dagegen mit „nur“ 130 Grad aus, was die Isolierung der Leitungen erleichtert und Energieverluste erheblich reduziert. Über Wärmetauscher wird diese Temperatur (die nur möglich ist, weil das Wasser unter Druck steht) dann auf Gebrauchswerte heruntergeregelt. Der Endverbraucher bekommt die benötigte Wärme direkt ins Haus, er kann auf seinen Öltank beziehungsweise seine Gastherme verzichten.

Die Stadtwerke beliefern in ihrem Fernwärmenetz gegenwärtig 70  500 Haushalte, mit der Modernisierung erhofft man sich weitere Zuwächse. Die Hauseigentümer in den betroffenen Straßenzügen wurden bereits im Vorwege der Umstellungsarbeiten angeschrieben. „In der Regel informieren wir die Eigentümer und Hausverwaltungen rund zwei Jahre vorher. Dabei weisen wir unsere bestehenden Kunden rechtzeitig auf den anstehenden Wechsel von Dampf auf Heizwasser hin“, erklärt Ulrike Freitag, als Kundenmanagerin bei den Stadtwerken Kiel für die Fernwärme zuständig.

Der klassische Fall ist der Hausbesitzer, dessen Heizungsanlage im Keller die Lebenserwartung erreicht oder sogar überschritten hat. Wenn der Schornsteinfeger die Prognose abgibt, dass in den nächsten zwei, drei Jahren vermutlich die alte Heizung erneuert werden müsste – dann sehen die Stadtwerke ihre Stunde für den Anschluss ans Fernwärmenetz gekommen. „Im Zuge der Bauarbeiten am Leitungsnetz bieten wir den Kunden einen Vorzugspreis an – für mehr Komfort und weniger CO2“, sagt Ulrike Freitag.

Die Fernwärme stammt vom Ostufer-Kraftwerk – das bekanntlich modernisiert werden solle – und auch von der Müllverbrennungsanlage in Hassee. Direkt am Exer entsteht bei den Tiefbauarbeiten in diesem Jahr ein großer unterirdischer Verteiler, der die Fernwärme-Hauptleitung auf die kleineren Nebenstränge aufgabelt. Dass die Arbeiten die Geduld der Verkehrsteilnehmer in den nächsten Monaten auf eine harte Probe stellen, weiß Stadtwerke-Sprecher Schuster. „Einzelne Straßen müssen eventuell komplett gesperrt werden. Darüber hinaus ist mit einem eingeschränkten Parkplatzangebot zu rechnen.“  

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