Hallen-Fußball : Heiß auf das Spektakel

Fußballspielen vor knapp 8700 Zuschauern – darauf freuen in diesem Jahr die Spieler von gleich zwei Mannschaften aus Ostholstein. Unser Foto zeigt Rico Bork (re.) von Eutin 08 im Vorjahres-Duell mit dem SV Eichede.
Fußballspielen vor knapp 8700 Zuschauern – darauf freuen in diesem Jahr die Spieler von gleich zwei Mannschaften aus Ostholstein. Unser Foto zeigt Rico Bork (re.) von Eutin 08 im Vorjahres-Duell mit dem SV Eichede.

Eutin 08 und Strand 08 beim Hallen-Masters dabei. Kurz nachgefragt bei Lennart Weidner und Marco Pajonk.

shz.de von
06. Januar 2018, 07:08 Uhr

Eutin | Auf den Rängen knapp 8700 Zuschauer, in die Farben ihrer Teams getauchte Fanblöcke und Gesänge, auf dem Spielfeld hochmotivierte Fußballer, Tempo, Tore und Emotionen – die Zeit für das 20. Hallen-Masters ist gekommen. Heute um 17.45 Uhr geht es in der Kieler Sparkassen-Arena mit der Eröffnungszeremonie los, um 18.19 Uhr bestreitet Regionalligist Eutin 08 das Eröffnungsspiel gegen den SV Todesfelde.

„Gerade für Amateure ist das Hallen-Masters ein absolutes Highlight“, meint 08-Coach Lars Callsen. Die Eutiner sind aber nicht das einzige Team aus Ostholstein, das sich auf großer Bühne – das Turnier ist nicht nur restlos ausverkauft, sondern wird dazu im Livestream in voller Länge auf shz.de übertragen – präsentieren kann. Auch der Oberliga-Tabellenführer Strand 08 ist dabei, hat aber eine schwere Vorrundengruppe vor der Brust. In Gruppe B warten Holstein Kiel, der VfB Lübeck und der VfR Neumünster.

„Vor so vielen Zuschauern zu spielen, ist ein Erlebnis“, betont Strands Trainer Frank Salomon. Priorität hat das Turnier für ihn aber nicht. „Sportlich hat der Liga-Alltag eine ganz andere Bedeutung. In Kiel steht der Spaß im Vordergrund.“ Dennoch will das Oberliga-Team der Stunde über die starke Vorrundengruppe hinauskommen. „Wo wir auftreten, wollen wir gewinnen“, stellt Salomon klar. Er hat mit Torwart Anatoli Kavalenka (SV Edelweiß Arnstedt, Sachsen-Anhalt) und Dmytro Pylypchuk (Dynamo Schwerin) unter anderem zwei Neuzugänge für den Zwölfer-Kader nominiert. Salomon: „Wir müssen einen guten Tag erwischen, um das Halbfinale zu erreichen.“

Da wollen Lars Callsen und seine Mannschaft unbedingt hin. „Das Halbfinale ist unser Minimalziel. Es geht ums Prestige, da wollen wir uns gut darstellen“, gibt der Trainer von Eutin 08 die Marschroute aus. Der Vorjahresfinalist trifft in Gruppe A auf „Titelverteidiger“ SC Weiche Flensburg – 2017 gewann Fusionsvorgänger ETSV Weiche 4:2 gegen Eutin –, auf den SV Todesfelde und auf den TSB Flensburg.

Besonders die Gedanken an das Eröffnungsspiel gegen Todesfelde lösen beim 08-Coach Vorfreude aus. Während Todesfelde von 700 Fans begleitet wird, unterstützen fast 1000 Eutiner Anhänger ihr Team in der Sparkassen-Arena. „Das wird eine wahnsinnige Stimmung“, so Callsen. Er weist aber auch auf die Belastung des Eröffnungsspiels hin. „Man steht um 17.45 Uhr schon im Tunnel und wartet eine halbe Stunde, dass es losgeht“, weiß Callsen. Er will von seiner Mannschaft „kein Harakiri“ sehen. „Dann entstehen hinten Lücken. Wir müssen kompakt stehen, aber nicht zu tief“, fordert Callsen. „Man muss in der Halle schon mitspielen.“

Der 44-Jährige wird seinen Spielern einen klaren Auftrag mit auf den Weg geben: „Sie müssen ihren Fokus auf den Fußball legen und ihre Emotionen trotz der Stimmung im Griff behalten.“

Kurz nachgefragt: Mit Lennart Weidner (Eutin 08) und Marco Pajonk (Strand 08)

Herr Weidner, was macht das Masters so besonders?

Lennart Weidner: Es ist generell ein super Event. Auf den Rängen herrscht eine tolle Stimmung, da sind auch unsere Fans immer gut vertreten. Das Hallen-Masters macht einfach Spaß und man freut sich schon lange vorher darauf.

Auf welchen Gegner freuen Sie sich besonders?

In diesem Jahr tatsächlich auf alle. Die Spiele gegen Weiche sind immer spannend, zumal wir jetzt Regionalliga-Konkurrenten sind. Aber auch Todesfelde und TSB Flensburg finde ich interessant.

Was haben Sie und die Mannschaft sich vorgenommen?

Platz zwei letztes Jahr war sehr gut. Das würden wir gerne wiederholen. Unser Minimalziel sind aber erstmal die letzten Vier.

Das  Hallen-Masters steht für Spektakel. Wie stehen Sie als Torwart dazu?

Ich will natürlich so wenig Tore wie möglich kassieren – ein 1:0 ist mir lieber als ein 5:4.  Auch in der Halle ärgert mich wirklich jedes Gegentor.

Herr Pajonk, warum zählt das Masters für Sie zu den absoluten Höhepunkten im Fußball-Kalender?

Marco Pajonk: Weil es nur einmal im Jahr stattfindet, und das vor einer geilen Kulisse. Außerdem muss man sich erst dafür qualifizieren, die Gegner sind also lukrativ.

Auf welchen Gegner freuen Sie sich besonders?

Am liebsten würde ich natürlich gegen so viele Gegner wie möglich spielen. Ein Duell mit Eutin 08 wäre nicht schlecht, vielleicht klappt es ja im Halbfinale. Gegen Holstein Kiel zu spielen, ist zwar auch etwas Besonderes, aber man weiß nie, mit welchem Kader sie kommen. Ein Dominick Drexler wird da sicherlich  nicht unbedingt von Anfang an spielen.

Was trauen Sie Strand 08 in der Sparkassen-Arena zu?

Wir wollen auf jeden Fall die Gruppenphase überstehen. Das wird nicht leicht, aber in der Halle ist alles möglich. Man kann als Außenseiter weit kommen, wie vor drei Jahren Hartenholm. Es kann aber auch schnell alles vorbei sein. Auf jeden Fall möchten wir nicht sang- und klanglos ausscheiden, dafür müssen wir einen Mittelweg zwischen Abwehr und Angriff finden.

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