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Ostholsteiner Anzeiger

18. August 2017 | 18:36 Uhr

Heimsieg vor vollem Haus

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Eishockey-Oberliga: EHC Timmendorfer Strand genießt Solidaritätsbekundungen und gewinnt gegen die Hamburg Crocodiles

Grenzenloser Jubel herrschte am zweiten Weihnachtsfeiertag in der Timmendorfer Eishalle. Der Eishockey-Oberligist gewann vor knapp 1100 Zuschauern ebenso überraschend wie verdient mit 4:3(2:10, 0:1, 1:1) Toren nach Verlängerung gegen den hohen Favoriten Hamburg Crocodiles. Die Fans feierten den Sieg, als hätten die „Beach Boys“ gerade eine Meisterschaft gewonnen.

Die Partie hatte einen würdigen Rahmen. Nach einem Fanumzug vom Bahnhof bis zur Eishalle erwarteten die Besucher bereits vor dem Gebäude mehrere Verzehrstände. Außerdem gab es eine Tombola und das traditionelle Puckwerfen, wobei auch die Crocodiles Preise zur Verfügung gestellt haben. Ihre Solidarität mit den Timmendorfern im Kampf um den Erhalt der Halle bekundeten auch die vielen mitgereisten Hamburger Anhänger. „Wir für euch, ihr für uns!“ stand auf dem Banner, das die Gäste dem Timmendorfer Fanblock entgegen hielten.

Ein Höhepunkt war zudem eine Eiskunstlaufdarbietung in der ersten Drittelpause. Malu-Chayenne Heß, 17jährige Hamburger Meisterin, zeigte beeindruckend ihr athletisches und rhythmisches Können. Heß hatte vor einigen Jahren in Timmendorfer Strand mit ihrem Sport begonnen, bevor sie zum Hamburger SV wechselte. Als sie zum Abschluss ihrer Darbietung mit einer Fahne „Rettet die Halle“ über das Eis lief, bekam sie „Standing Ovations“ von den Rängen.

Die „Beach Boys“ kamen durch ein Spalier der Kleinstschülermannschaft hochmotiviert auf das Eis. Trainer Dave Rich hatte dem Team eine defensive Spielweise verordnet und setzte auf Konter. Die Mannschaft setzte die Vorgaben präzise um. Die Hamburger hatten zwar optische Vorteile, kamen aber nur zu wenigen zwingenden Chancen. In der elften Minute keimte zum ersten Mal Jubel auf, als Maximilian Spöttel nach einem schnellen Vorstoß zum 1:0 traf. Doch nur 24 Sekunden später glich Josh Mitchell für die Gäste aus. Die Timmendorfer waren jedoch wenig beeindruckt. In der 17. Minute erzielte Patrick Saggau nach einem Solo die erneute Führung für die Beach Boys.

Auch im zweiten Drittel war es eine Begegnung auf Augenhöhe. Beide Teams erspielten sich gute Gelegenheiten, doch sowohl Timmendorfs Jordi Buchholz,
als auch der Hamburger Schlussmann Kai Kristian erwischten eine glänzende Tagesform. Das einzige Tor in diesem Spielabschnitt erzielte die gefürchtete erste Hamburger Reihe. In der 25. Minute traf der Top-Scorer der Liga, Brad McGowan, nach Zuspiel von Andre Gerartz und Josh Mitchell zum 2:2. Ansonsten war von McGowan wenig zu sehen. „Marco Meyer hatte den Spezialauftrag, ihn aus dem Spiel zu nehmen und hat das herausragend umgesetzt. Daher ist Marco Meyer für mich der Spieler des Abends“, sagte Dave Rich nach der Partie.

Im letzten Drittel drängten beide Mannschaften auf die Entscheidung, wobei die Timmendorfer sogar ein Plus an Torschüssen hatten. Dennoch gingen die Crocodiles in der 55. Minute nach einem Schlagschuss von Tim Marek erstmals in Führung. Im Gegensatz zu einigen Partien zuvor brachen die Beach Boys jedoch nicht ein, sondern fighteten weiter und belohnten sich nur zwei Minuten später. Jason Horst legte für Tim May ein, der zum 3:3 traf. Damit musste die Begegnung in der Verlängerung entschieden werden. Hier kassierte der Hamburger Marek eine zwei Minutenstrafe. Die Überzahl nutzten die Beach Boys zum Siegtreffer. Nach Zuspielen von Spöttel und May traf Denis Akimoto zum umjubelten Siegtreffer.

„Das war eine starke Leistung der gesamten Mannschaft. Vor allem in Unterzahl haben die Jungs hervorragend gearbeitet. Ich bin sehr zufrieden und denke, unser Sieg ist verdient“, sagte Dave Rich, der neben Meyer auch Buchholz und Akimoto heraushob.

Für die Beach Boys geht es bereits am heutigen Mittwoch weiter. Die Timmendorfer treten um 19 Uhr bei FASS Berlin an. Das letzte Heimspiel dieses Jahres steigt am Freitag, dem 30. Dezember, wenn um 20 Uhr die Preußen aus Berlin in Timmendorf gastieren.

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