zur Navigation springen
Ostholsteiner Anzeiger

23. Oktober 2017 | 17:45 Uhr

Heimatverband steht vor dem Aus

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Ausgerechnet im 50. Jahr des Bestehens soll die Jahresversammlung über die Auflösung entscheiden / Es fehlen junge Mitglieder

shz.de von
erstellt am 06.Apr.2016 | 13:24 Uhr

„Heimatverband löst Existenzkrise“ titelte der Ostholsteiner Anzeiger vor knapp einem Jahr nach der Jahresversammlung des Vereins. Damals hatte sich Marina Vogler bereit erklärt, den Vorsitzenden Frank Petzold als Stellvertreterin zu unterstützen und damit die Einsetzung eines Notvorstands abgewendet.

Doch nun scheint die Krise mit voller Wucht zurückgekehrt – und das ausgerechnet im Jahr des 50-jährigen Bestehens. „Wie sich heute zeigt, war damit dem Vorstand... nur eine Galgenfrist gewährt worden“, erklärte Petzold (51) den knapp 400 Mitgliedern im Einladungsschreiben zur Jahresversammlung. Gleich drei langjährige Vorstandsmitglieder stünden für eine weitere Arbeit nicht mehr zur Verfügung: Monika Göbel als Kassenführerin, Klaus Langenfeld als Schriftführer und Hans Hartert als stellvertretender Kassenführer wollten sich aus persönlichen und gesundheitlichen Gründen zurückziehen, teilte Petzold mit. Zudem ziehe sich Langenfeld aus Altersgründen auch von der Schriftleitung der Jahrbücher zurück, die er in den vergangenen Jahren sehr sorgfältig betreut habe.

Die Konsequenz: Bevor die Jahresversammlung am Dienstag, 19. April, ab 19 Uhr im Ostholstein-Museum über die übliche Tagesordnung mit Neuwahlen eintreten, müssen die Mitglieder über einen Antrag auf Vereinsauflösung beschließen. Zu einem Auflösungsbeschluss wird es allerdings aller Voraussicht nach nicht kommen, denn dafür müssten mindestens zwei Drittel der Mitglieder auch erscheinen. Im vergangenen Jahr kamen aber nicht einmal 20 Mitglieder, obwohl Petzold auch damals in der Einladung zur Sitzung unmissverständlich auf den Ernst der Lage hingewiesen hatte.

Ohne Auflösungsbeschluss bliebe der Vorstand kommissarisch im Amt und würde seine Arbeit dann zum Jahresende einstellen. Die Vereinsaktivitäten für dieses Jahr, etwa die Herausgabe des Jahrbuchs sollten aber noch aufrechterhalten werden, erklärte Petzold dem OHA.

Der „Verband zur Pflege und Förderung der Heimatkunde im Eutinischen“, so der vollständige Vereinstitel, kämpft seit Jahren mit einem demographischen Problem. Bereits bei der Jahresversammlung 2013, als Petzold die Führung des Vereins nach 28 Jahren von Dr. Klaus-Dieter Hahn übernahm, gehörte der neue Vorsitzende zu der Handvoll, die noch unter 50 Jahre alt waren. Der als Lehrer für Geschichte sowie Wirtschaft und Politik am Weber-Gymnasium tätige Petzold richtete die Aktivitäten des Vereins zwar stärker an Jüngeren aus, etwa durch Vorträge von und für Jüngere oder durch das Projekt „Eutiner Erinnerungen“. Doch an der Überalterung änderte das nichts.

„Nach der Erfahrung aus dem vergangenen Jahr sowie bei einem kritischen Blick auf die Altersstruktur... hegt der Vorstand mehr als deutliche Zweifel, ob ein solcher Kraftakt wie im Vorjahr, nun auf verschiedene Ämter und Fachaufgaben verteilt, nochmals gelingen kann“, schreibt der Vorsitzende in der Einladung. Er habe bei der Suche nach neuen Vorstandskollegen nur Absagen bekommen – mit Hinweis auf das Alter.

So habe er sich das nicht vorgestellt, als er den Vorsitz 2013 übernommen habe, erklärte Petzold mit Blick auf den bevorstehende Auflösung. Doch angesichts der Altersstruktur, die auch anderen Vereinen Probleme bereite, wolle der Vorstand die Sache jetzt in Würde zu Ende bringen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen