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Ostholsteiner Anzeiger

24. August 2017 | 12:58 Uhr

Heimatverband löst Existenzfrage

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Marina Vogler wendet mit ihrer Kandidatur für den Vorstand die mögliche Auflösung des Vereins ab / Frank Petzold bleibt Vorsitzender

Gerade noch mal gut gegangen: Der Heimatverband Eutin hat eine akute Existenzkrise abgewendet und verfügt wieder über einen kompletten Vorstand. Mit dem wiedergewählten Vorsitzenden Frank Petzold an der Spitze bilden seine neue Stellvertreterin Marina Vogler, Schriftführer Klaus Langenfeld und die noch einmal im Amt bestätigte Kassenführerin Monika Göbel das Führungsteam.

Das Wort „Auflösung des Vereins“ hallte bedrohlich durch den Museumssaal bei der Jahresversammlung. „Wenn ein Verein mit rund 400 Mitgliedern nicht in der Lage ist, einen geschäftsführenden Vorstand mit vier Leuten zu besetzen, dann stimmt etwas nicht“, stellte Frank Petzold offen die Frage nach der Zukunftsfähigkeit des Heimatverbandes.

Um die ist es, betrachtet man die finanzielle Lage und die thematische Arbeit, weiterhin nicht schlecht bestellt. Rund 8000 Euro auf der hohen Kante, die Resonanz auf die Vorträge zufrieden stellend, das Jahrbuch 2014 erstmals in Farbe und noch im Dezember ausgeliefert, dazu eine neue Homepage nahezu fertig gestellt: Frank Petzold zog eine positive Bilanz.

Aber personell herrscht Not – das machten schon die leeren Stühle deutlich: Nicht einmal 20 Mitglieder waren erschienen, obwohl Petzold in der Einladung zur Sitzung unmissverständlich auf den Ernst der Lage hingewiesen hatte: ‚Der Posten des 2. Vorsitzenden ist bereits seit einem Jahr verwaist. Sollten weitere Posten nicht besetzt werden können, weil sich keine Kandidaten finden, muss der Verband gemäß Vereinsrecht über seine Auflösung beraten.“

In der Aussprache klang an, dass viele Vereine unter der mangelnden Bereitschaft der mittleren Generation litten, für mindestens zwei Jahre Vorstandsarbeit zu leisten. Gefragt wurde auch, ob ein neuer Vereinsname Jüngere anziehen könne. Karla Weiß wollte davon nicht viel wissen: „Das Wort Heimat muss bleiben!“ Dann wurde Frank Petzold deutlich: Ohne einen 2. Vorsitzenden würden er und Monika Göbel nicht wieder für ihre Ämter kandidierten – dann müsste das Amtsgericht einen Notvorstand einsetzen. Da fasste sich Marina Vogler ein Herz: „Ich fände es wahnsinnig schade, wenn das hier den Bach runterginge. Ich liebe die Jahrbücher!“ Sprach’s und erhielt sofort Zuspruch von allen Seiten, mit ihrer Kandidatur der Not ein Ende zu machen. Natürlich wurde Vogler, wie danach Petzold auch, einstimmig gewählt. Auch Monika Göbel ließ sich noch einmal überzeugen, die Kassenführung zu übernehmen: „Ich lasse den Verein nicht
im Stich.“

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erstellt am 28.Apr.2015 | 10:47 Uhr

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